Intensivierung Radtourismus: Barriere muss fallen. Heuer war Vösendorf sogar auf der Tourismusmesse in Wels vertreten. Im Fokus: die Radwege.

Von Helga Scheichelbauer. Erstellt am 11. April 2019 (05:34)
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Bürgermeisterin Andrea Stipkovits macht‘s vor und tritt in die Pedale. Ihr zur Seite Gemeinderat Christian Kudym, selbst begeisterter Radfahrer.
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Die Marktgemeinde will den Radtourismus stärken und intensiv bewerben. So wird am 27. April eine neue Radroute eröffnet, an der sich Vösendorf mit seinen Sehenswürdigkeiten präsentiert, der „Weg der Ziegelbarone“.

Insgesamt verzeichnete die Gemeinde rund 270 000 Nächtigungen im letzten Jahr und damit einen absoluten Nächtigungsrekord. Die meisten Touristen kehren im Eventhotel „Pyramide“ oder im „Best Western“ am Nordring der Shopping City Süd ein. Die wenigsten Besucher fragen hier nach der Ortschaft Vösendorf und noch weniger nach einem Fahrrad.

Alexander Höcht, „Best Western“-Direktor meint zu diesem Thema: „Der Radtourismus ist ein stark steigender Tourismusbereich, bei mir nicht – einfach, weil es keinen Radweg gibt.“

"Treppenabschnitt nicht im Besitz der SCS"

Grundsätzlich sei es zwar möglich, mit dem Rad von der SCS bis nach Vösendorf zu kommen, das ist aber mit Hindernissen verbunden. So gilt es beispielsweise, im Bereich „Wein & Co“‘ einen Treppenabschnitt zu überwinden. Dabei gäbe es nach dem Hindernis sogar einen Anknüpfungspunkt.

Gleich hinter „Bellaflora“ können Radler auf einem Weg zur Vösendorfer Ortsstraße gelangen, auch wenn dies kein offizieller Radweg ist, wie Center-Manager Matthias Franta weiß: „Für uns als Betreiber spielt die Möglichkeit, mit dem Rad zur SCS zu kommen, eine große Rolle. Ich gebe aber zu bedenken, dass sich der Treppenabschnitt nicht im Besitz der SCS befindet.“

Eine schnelle Lösung, um das Hindernis Treppe zu überwinden, könnte ein Aufzug für Radfahrer sein. Franta hält eine solche Investition aber für unverhältnismäßig kostspielig. Für ihn kommt in diesem Zusammenhang eher der Bau einer Rampe in Frage. Um diese zu verwirklichen, müssten sich die Eigentümer des Geländes an den Kosten beteiligen.

Die meisten Sommergäste des „Best Western“ sind allerdings ohnehin Busreisende, die einem organisierten Programm folgen. Sie stellen für Vösendorf ein wichtiges wirtschaftliches Standbein dar. Tatsächlich nützen auch Touristen die Badner Bahn, um ins Wiener Zentrum zu gelangen.

Bürgermeisterin Andrea Stipkovits, SPÖ, hält fest: „Die Besucherinnen und Besucher Vösendorfs nützen die Nähe zur Metropole Wien, die gute Anbindung an den Flughafen und die hohe Lebensqualität der Thermenregion.“

In Vösendorf selbst ist das Krippenmuseum Hauptanziehungspunkt für Touristen. So spielt es auch eine wichtige Rolle am Eröffnungstag der neuen Radroute am 27. April.