Kurioser Einfall: Spielsüchtiger als Opfer dargestellt. Spielsüchtiger verlor im Netz über 16.000 Euro und erfand Geschichte eines Diebstahls. Der Betrüger wird nun therapiert.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 14. September 2017 (05:22)
NOEN, Burggraf
Symbolbild

Ein 41-jähriger Selbstständiger musste sich wegen schweren Betruges vor Gericht verantworten. Er hat gegenüber seiner Bank und der Polizei behauptet, Opfer eines sogenannten Phishing-Mail Angriffs geworden zu sein, in dem seine Daten über eine gefälschte Adresse abgefangen worden waren. Eine unbekannte Person sei dadurch an seine Kontodaten gekommen und habe in weiterer Folge 16.300 Euro abgebucht.

Erst bei seiner zweiten Aussage bei der Polizei gab der Mann zu, alles nur erfunden zu haben. Der Grund für seinen Betrugsversuch: Er hätte das Geld verspielt.

Täter glaubte bald seiner eigenen Lüge

Vor Gericht bekannte er sich schuldig und gab an, den gesamten Schaden bei der Bank wieder gutgemacht zu haben: „Ich bin schon sehr lange spielsüchtig, es ist mir aber erst letztes Jahr bewusst geworden. Ich habe mich an die Spielsuchthilfe Wien gewandt, die mich betreut. Im April war ich aufgrund der finanziellen Situation meiner Firma sehr nervös und wollte schnell Geld im Online-Casino verdienen. Ich habe 7.000 Euro verspielt und dann noch höhere Beträge eingesetzt, um meine Verluste auszugleichen. Irgendwann habe ich angefangen, meine Geschichte selbst zu glauben“, merkte der 41-Jährige an.

Der unbescholtene Mann kam mit einer Diversion davon, muss aber während einer zweijährigen Probezeit alle drei Monate eine Bestätigung von seiner Spielsucht-Therapie vorlegen.