Traurige Bilanz: Rekord bei ausgesetzten Tieren. Wiener Tierschutzverein unter Präsidentin Madeleine Petrovic verzeichnet rasanten Anstieg bei ausgesetzten Tieren.

Von Johannes Taschler. Erstellt am 27. August 2017 (05:27)
Nicht erfreut: WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.
Taschler

Ein neues Tierschutzgesetz sieht Beschränkungen für Tier-Inserate vor, die einem größeren Personenkreis zugänglich gemacht werden. Dazu zählen das Internet, aber auch an Bäumen befestige Zettel auf Supermarkt-Parkplätzen. Lediglich die Vermittlung über Mundpropaganda unter Kollegen in einem Büro wäre zulässig, „allerdings nur in einem kleinen“, erklärt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic, für die der plötzliche Boom an ausgesetzten Tieren auf die „verpfuschte“ Gesetzesnovelle zurückzuführen sei.

„Als eines der größten Tierheime Europas das stets versucht hat, eine vernünftige Vergabepolitik zu betreiben, sind wir derzeit noch nicht in der Situation, völlig überfüllt zu sein. Aber wenn das Aussetzen und Abgeben von Haustieren so weitergeht, dann sind auch unsere Kapazitäten bald erschöpft.“

Dort, wo der WTV zu Hause ist, war einst eine Raffinerie situiert.
WTV

Es stelle sich außerdem die „Frage, wie die öffentliche Hand die Tiere dann unterbringen werden. Abseits der Frage von Wahlen und Regierungen muss daher die Sorge für Tiere in Not ernst genommen und das vermurkste Gesetz schleunigst angepasst werden“.

Diese Änderung beträfe Hunderte private Tierschutzvereine und Pflegestellen, die nun bei der Tiervergabe alle nicht mehr helfen können. Warum sich die Politik hinter den gewerblichen Verkauf stellt, bleibt Petrovic ein Rätsel. Immerhin bekäme sie die meisten Beschwerden über Tierhandlungen. Petrovic rät allen: „Holen Sie sich die Tiere aus dem Tierheim, dort kennt man das Tier und es gibt immer eine seriöse Auskunft.“

WTV möchte umziehen: Neues Areal gesucht

Aufgrund des schlechten Zustandes des Areal-Untergrundes ist Petrovic zusätzlich mit einem eventuellen Umzug konfrontiert. „Aufgrund der Mittelfristigkeit zögern die Leute leider mit Geldspenden. Vielleicht machen wir was mit Containern. Diese könnte man später einfach übersiedeln. Perfekt wäre ein zwei Hektar großes Grundstück etwas weiter draußen, vielleicht ein aufgelassener Bauernhof.“