Das Fernheizwerk sucht neuen Betreiber. Die private Gesellschaft kann die notwendigen Investitionen finanziell nicht mehr stemmen.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 07. September 2017 (04:34)
Symbolbild
APA

Gut ist allen Bürgern der Gemeinde Wienerwald die Diskussion um die Errichtung des Fernheizwerkes in Sulz im Jahre 1989 in Erinnerung. Der damalige Bürgermeister Leopold Schmölz, ÖVP, hatte die Idee der mit Hackschnitzel beheizten Anlage geboren und umgesetzt. Jetzt wollen die Betreiber der „FWG Fernwärmegesellschaft“ einen Schlussstrich ziehen, wie Schmölz im NÖN-Gespräch erklärt:

„Das Fernheizwerk ist 30 Jahre alt und muss überholt werden, die Wirtschaftlichkeit ist nicht gegeben. Ich bin 70 Jahre alt. Zudem laufen demnächst fast alle Verträge aus. Es sind Investitionen von rund 500.000 Euro nötig, wir brauchen einen neuen Kessel, eine neue Zuführung und eine neue Rauchgasreinigung.“ Seit 1. Jänner sei die Gesellschaft „quasi schuldenfrei, was die normale Finanzierung und die geförderten Kredite betrifft. Wir haben alles mit viel Einsatz und Eigenleistung bewältigt. Wir hängen ja auch mit dem privaten Vermögen drin. 13 Personen haben die Haftung unterschrieben, es soll keiner draufzahlen“. Zu den nötigen Investitionen müsste der neue Betreiber auch 500.000 Euro für die 2.500 m , die Bauland sind, aufbringen – also insgesamt eine Million Euro.

Zukunft hängt vom Leitungs-Check ab

Als möglicher Kaufinteressent gilt die Firma „Treeeco Energie- Contracting“ aus Alland. In einem ersten Schritt muss der Zustand der Leitungen erhoben werden, wie Gemeinderat Jürgen Alt, Liste WWA, nach der Begehung berichtet. Dazu werden gerade die Pläne des Leitungsnetzes digitalisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Im Lauf der nächsten 14 Tage erfolgt dann der eigentliche Leitungscheck. „Wenn der Check erfolgreich abgeschlossen ist, beginnen in der zweiten Septemberhälfte die Hausbesuche bei den angeschlossenen Liegenschaften, um sich vor Ort ein Bild vom Zustand der Wärmeübergabestationen und den einzelnen Hausheizanlagen zu machen.“

Derzeit heizen 151 Kunden, darunter das Gemeindeamt, das Feuerwehrhaus Sulz und die Löwy-Villa, über das Fernheizwerk. „Ich kann mir vorstellen, dass eine 650 kW-Anlage im Zentrum von Sulz wirtschaftlich zu betreiben wäre“, meint Alt.