Waldleos in Mödling auf Suche nach neuer Bleibe

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
Gründerin Julia Dorner hofft auf Ausweichquartier, das den Bestand des Waldkindergartens sichert.
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Die Waldleos wurden 2019 ins Leben gerufen. Die Idee dazu hatte Lisa Dorner aus Maria Enzersdorf, die in der Stadtgemeinde Mödling eine Partnerin fand, um die Tagesbetreuung in der Natur auch umsetzen zu können.

Rein rechtlich handelt es sich bei den Waldleos um eine Tagesbetreuung und nicht um einen Kindergarten. Bis jetzt konnten die Waldleos – 15 Kinder – das „Waldklassenzimmer“, eine Forsthütte im Stadtwald nahe der Meiereiwiese nutzen, doch damit ist jetzt Schluss.

Warum, erklärt Forststadtrat Leo Lindebner, ÖVP: „Die Ursprungsidee war, dass die Waldleos vom Waldklassenzimmer aus Ausflüge in den Wald machen. Es gibt aber keine Exklusivnutzung für die Waldleos in der Form, dass die Forsthütte als Hauptstützpunkt für die Kindergruppe genutzt werden kann. Außerdem hat die Stadt eine forstliche Bewirtschaftungstätigkeit angemeldet, auch passen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht. Es tut mir sehr leid für die Waldleos, die wir zeitgerecht darüber informiert haben, aber es geht leider nicht anders.“

Auch Eltern-Kind-Zentrum scheidet als Quartier aus

Die Lage der Kinder und deren Eltern, von denen bereits einige Protest eingelegt haben, wird dadurch verschärft, dass nun auch das Eltern-Kind-Zentrum (EKIZ) in der Hauptstraße in Mödling, das als Schlechtwetter-Ausweichquartier diente, ab Herbst Eigenbedarf angemeldet hat.

Lisa Dorner beschreibt das letzte Jahr als „Gratwanderung. Es war immer ein Spagat, den es zu meistern galt. Die Stimmung innerhalb der Stadtgemeinde Mödling hat sich verdichtet, die Eltern haben daraufhin ihren Unmut geäußert, was der Beziehung zur Stadt auch nicht förderlich war. Aber jetzt zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab, was ein Ausweichquartier betrifft“, sagt Dorner. Die Mutter eines Waldleos-Kindes hat eine Wohnung im Prießnitztal in unmittelbarer Waldnähe, wenn alles gut geht, wäre damit ein waldnahes Ausweichquartier gefunden.

„Die Stadt hat damit gar nichts zu tun“.

Kindergarten-Stadträtin Roswitha Zieger, ÖVP, erläutert, dass „das EKIZ ein privater Verein ist, der mit der Stadt nichts zu tun hat. Das EKIZ hat die Vereinbarung mit den Waldleos ab September aufgelöst, da es die Räume selbst für diverse Kurse braucht. Die Stadt hat damit gar nichts zu tun“.

Die Benutzung des Waldklassenzimmers sei vor über einem Jahr mit Dorner bis Ende des Kindergartenjahres 2021/22 vereinbart gewesen. „Sie war mit diesem großzügigen Entgegenkommen der Gemeinde sehr zufrieden und hatte genügend Zeit, einen geeigneten Standort zu finden“, sagt Zieger.

Mögliche neue Unterkunft muss bewertet werden

Doch auch das Ausweichquartier muss Anforderungen entsprechen, die die Kindergartenabteilung der NÖ Landesregierung prüft und das Quartier danach bewertet. Das macht die Suche nach einem Ausweichquartier um so schwieriger. Dorner hofft, dass die infrage kommende Wohnung diesen Kriterien entspricht.

Die Stadt wünscht den Waldleos jedenfalls, „dass tatsächlich ein Ausweichquartier gefunden wird“, meint Zieger.

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