Genügend Wasser für den Wein

Gumpoldskirchen verfügt über eine eigene Tröpfchenbewässerung.

Erstellt am 20. Juli 2017 | 04:48
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_6984430_mod29bezirk_hofer_bewaesserung_1_.jpg
Die Winzer Gerhard Wolf (r.) und Hannes Hofer betreuen aktuell die Bewässerungsanlage in den Gumpoldskirchner Weinbergen.
Foto: NOEN, privat

Der Hagel hat die Gumpoldskirchner Weinanbaugebiete verschont. Doch die anhaltende Hitze der letzten Wochen war ein Problem: „Weil es so wenig geregnet hat, mussten wir die Weinstöcke großflächig mit zusätzlichem Wasser versorgen“, erklärt Weinbauvereinsobmann Christian Kamper.

Bereits 2005, damals war es genau so trocken, wurde die Bewässerungsgenossenschaft – eine Vereinigung aus Gumpoldskirchner und Traiskirchner Winzern – gegründet. Insgesamt 80 Hektar Weinberge können mit Wasser, das aus dem Wiener Neustädter Kanal gepumpt wird, bewässert werden. „Wir dürfen das Wasser dort kostenlos entnehmen, dafür haben wir eine wasserrechtliche Bewilligung des Landes NÖ“, erklärt Kamper.

Über eine große Pumpe werden insgesamt 19 Sektoren nach und nach über Tröpfchenschläuche bewässert. „Wir sind ein Vorzeigeprojekt, müssen für die Bewässerung kein Trinkwasser verwenden.“ Dennoch wird mit dem Wasser sehr sorgsam umgegangen. Jungwinzer Hannes Hofer, der diesen Sommer die Verantwortung für das Bewässerungsmanagement übernommen hat, erklärt: „Wir bewässern nur, wenn aufgrund langer Trockenperioden starke Einbußen in Qualität und Quantität des Weines zu befürchten sind; etwa, wenn die Stöcke nicht so gut wachsen wie sie sollten.“

Ältere Weinstöcke seien tief verwurzelt und würden es auch eine Zeit lang ohne Wasser verkraften. Jüngere Stöcke und Rieden in Lagen, die von der Bodenbeschaffenheit eher gefährdet, brauchen aber ihren regelmäßigen Niederschlag. „Wir haben im Juli bisher jeden Sektor einmal bewässert, jeder Weinstock hat auf diese Weise innerhalb von 24 Stunden 30 Liter Wasser erhalten“, erklärt Hofer.

Die Zusatzbewässerung erfolgt längstens bis Anfang August, dann beginnt die Reifephase des Weins - da wäre zuviel Wasser gar nicht gut.