Gumpoldskirchen: Keine Disziplin bei Heurigenstandln

Lärm und Verschmutzung bei Lokalen am Wasserleitungs-Weg verärgern Anrainer.

Erstellt am 10. Oktober 2021 | 05:07
440_0008_8080773_ams99serv_heurigenstimmung_ci_schwarz_k.jpg
Beim Heurigenstand geht es oft lustig zu – doch in der Natur ist dieser nicht auf Bedürfnisse wie nach einem WC ausgestattet.
Foto: Schwarz-Koenig

Laute Musik, Vermüllung und zunehmend untragbare hygienische Bedingungen im Umfeld der vielen Heurigenstandln entlang des Wasserleitungsweges gefällt nicht allen Besuchern und auch den politisch Verantwortlichen nicht. Nachdem im Nachbarort Pfaffstätten im Bezirk Baden der Gemeinderat per Beschluss untersagt hat, in den Weingärten elektronisch verstärkte Musik abzuspielen, sprechen sich auch die Verantwortlichen in der Region Mödling gegen eine zu laute Beschallung der gemütlichen Heurigen in den Weinbergen aus.

„Das Ausschenken in den Weinbergen artet mancherorts ein wenig aus. Mir machen sowohl der Lärm als auch die zunehmende Vermüllung der Natur große Sorgen.“ Ferdinand Köck

Gumpoldskirchens Bürgermeister Ferdinand Köck, ÖVP, wird regelmäßig mit Beschwerden konfrontiert, sieht das Problem allerdings vielschichtiger: „Das Ausschenken in den Weinbergen artet mancherorts ein wenig aus. Mir machen sowohl der Lärm als auch die zunehmende Vermüllung der Natur große Sorgen.“

Immer wieder ist Köck auch mit Beschwerden von Anrainern aufgrund der hygienischen Zustände rund um die Ausschanklokale konfrontiert: „In den Weinbergen gibt es keine Wasser-Klosetts.“ Da die zahlreichen Besucher ihre Notdurft leider häufig im Weingarten nebenan verrichten, ist Köck auf der Suche nach einer „rechtlich haltbaren, einheitlichen Lösung im Einklang mit den Nachbargemeinden: Mobile Toilettenanlagen müssen geputzt und gewartet werden. Es ist nicht geklärt, wer die Kosten dafür tragen sollte.“

Den Ortschef ärgert auch mangelnde Achtung des Eigentums anderer und fehlende Rücksichtnahme auf die Natur: „Leider gibt es unter unseren Gästen einige Undisziplinierte, die das schöne Ambiente genießen und dann ihren Müll einfach zurücklassen.“

„Zu diesem Ambiente passt ursprüngliche Musik, wie beispielsweise die Töne einer Ziehharmonika.“ Robert Weber

Auch viele Guntramsdorfer Winzer schenken entlang der beliebten Weinmeile aus. Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, ist froh darüber, dass zumindest sogenannte Öko-WCs vor Ort sind. Für „Techno- oder DJ-Musik, die aus dem Verstärker dröhnt“ sieht auch Weber inmitten der Natur keinen Bedarf: „Zu diesem Ambiente passt ursprüngliche Musik, wie beispielsweise die Töne einer Ziehharmonika.“

Für Köck ist das Thema längst kein saisonales Phänomen mehr, sondern vielmehr zum Dauerbrenner geworden. Entschärfung könnte eine Bewirtung der Gäste in den Betrieben im Ort bringen: „Wir würden unsere Gäste lieber in den Gumpoldskirchner Heurigen bewirten.“ Gespräche auf politischer Ebene zwischen den Nachbargemeinden laufen: „Es wird nach einer einheitlichen Vorgangsweise gesucht.“