Radweg mit Hindernissen in Perchtoldsdorf. Projekt in der Hochstraße wird auch von der Feuerwehr abgelehnt.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:14)
Auf diese Konfliktsituation beim geplanten Radfahren gegen die Einbahn wurde bei einem Versuch mit aufgeklebtem Radfahrstreifen hingewiesen.
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Aufregung herrscht in der Hochstraße 121 bis 129 sowie in der Scholaugasse. Ebendort sollen infrastrukturelle Maßnahmen gesetzt werden, um Radfahren gegen die Einbahn zu ermöglichen.

Man habe im Zuge der Anrainerversammlung massive Bedenken vor allem wegen der unübersichtlichen Kurve in diesem Bereich geäußert, die Unfälle mit Personenschäden befürchten lässt, meint SPÖ-Gemeinderat Anton Plessl. Zudem würden Stellplätze entfallen und ein Gehsteig verschmälert werden. Geht es nach Plessl, machen diese Radfahrneuerungen „an einer der engsten Stellen der Hochstraße keinen Sinn. Für mich ist das kein Lückenschluss, sondern ein weiterer nicht durchdachter Fleckerlteppich“.

Auch die Feuerwehr fühlt sich nach einem Praxistest – aufgeklebter Radfahrstreifen gegen die Einbahn und ein entgegenkommender Lkw – in ihrer Ablehnung bestätigt: Schon die derzeitige Verkehrssituation mache Einsätze am Ort des Geschehens schwierig, geht aus einem Schreiben der FF Perchtoldsdorf hervor.

Verkehrsreferent & Vizebürgermeister Christian Apl von den Grünen, will nichts unversucht lassen, das Projekt umzusetzen: „Beim Thema Radfahren gegen die Einbahn in der Hochstraße geht es um einen wichtigen Lückenschluss zwischen der Radroute nach Kaltenleutgeben einerseits und der Radroute in die östlichen Gebiete von Perchtoldsdorf bzw. Liesing andererseits.“

Aus Klimaschutz- und besonders auch aus Platzgründen brauche man im Ort ein durchgehend StVO-konform befahrbares Radroutennetz, damit „die, die mit Rad fahren wollen, das auch können und die, die könnten, es doch einmal versuchen“.

Das sei gleichzeitig auch Voraussetzung dafür, damit die, die auf ihr Kfz angewiesen sind, auch weiterhin noch einen Stellplatz in der Nähe finden. „Räder brauchen einfach weniger Platz und jeder, der mit dem Rad statt mit dem Auto fährt, hält auch Parkplätze frei. Jede Investition in den Radverkehr schafft damit auch freie Parkplätze.“

Entscheidung ist jedenfalls vertagt

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, hat das Vorhaben in der Vorwoche gestoppt. Er will das Projekt noch einmal von den Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaft Mödling, die bereits grünes Licht gegeben haben, checken lassen. Die schlussendliche Entscheidung sei allerdings in der Ära Martin Schuster, die am 15. Juni endet, nicht zu erwarten.

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