Eiernockerl & Hakenkreuz-Fotos: Maria Enzersdorfer vor Gericht

Erstellt am 31. August 2022 | 04:36
Lesezeit: 2 Min
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Das Urteil: 13 Monate bedingt. Nicht rechtskräftig.
Foto: Shutterstock/Boxyray
Pensionist stand wegen des Verdachts auf Wiederbetätigung vor Gericht. Der Grund: Verschickte Fotos und Videos mit Adolf Hitler und Hakenkreuzfahnen.
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Einige WhatsApp-Meldungen an einen Jugendfreund brachten einen 62-jährigen Pensionisten vor Gericht. Der Inhalt der Nachrichten hat zu einer Anklage wegen Wiederbetätigung in nationalsozialistischem Sinn geführt.

Der Beschuldigte hat Videos und Fotos mit Adolf Hitler und Hakenkreuzfahnen verschickt und an Hitlers Geburtstag den Freund gefragt, ob er schon Eiernockerl mit grünem Salat (Anm.: die Lieblingsspeise Adolf Hitlers) gegessen habe.

Der Verteidiger des Angeklagten wies daraufhin, dass der Mann zwar all die Nachrichten verschickt habe, „aber sicher nicht mit dem Vorsatz der Wiederbetätigung“.

Der Mann gab an, dass ihm im Zusammenhang mit Adolf Hitler nur der Krieg einfalle. Die Richterin fragte nach: „Sagen Ihnen Judenverfolgung oder Konzentrationslager etwas?“ „Nein.“

Beschuldigter habe sich beim Weiterleiten nichts gedacht

Die Richterin legte nach: „Wenn Sie sich gar nicht auskennen, wieso wissen Sie dann, was Hitler gerne gegessen hat?“ Der Angeklagte erwiderte: „Ich weiß, dass Eiernockerl seine Leibspeise waren.“ Die Richterin: „Das wissen Sie, aber die Judenverfolgung nicht? Wieso?“ Der Mann darauf: „Das weiß ich nicht.“

Bei allen vorgehaltenen Bildern und Video gab der Mann nur an, dass er sie von „jemandem bekommen“ und sich beim Weiterleiten nichts gedacht habe. Die Richterin hätte das „geglaubt, wenn Sie 16 Jahre alt wären, aber mit 62 sollte man mitdenken“.

Der Angeklagte erklärte daraufhin, dass er „deppert“ gewesen sei, all das weiterzuschicken. Er wurde zu 13 Monaten bedingt verurteilt. Nicht rechtskräftig.

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