EU-Förderung: Zukunft für Fresken. Die seit den 1940er-Jahren leer stehende Klosterkirche könnte durch Partner-Projekt der EU endlich saniert werden.

Von Karl Stiefel. Erstellt am 03. September 2017 (03:50)
Die gut erhaltenen Nazarener-Fresken der Klosterkirche sind einzigartig in Österreich.
Stiefel

Es ist wohl eines der verstecktesten architektonischen Juwele des Ortes: die Klosterkirche. Das neben dem Migazzi-Haus gelegene Gotteshaus wurde in den 1850ern gebaut, steht jedoch seit den 1940er-Jahren leer. Dementsprechend hat der Zahn der Zeit an der Bausubstanz genagt – innen wie außen. Dabei ist in der Klosterkirche Deckenfresken im Nazarener-Stil zu finden, was sie einzigartig in Österreich macht. Trotz des maroden Zustandes des Gebäudes sind die Malereien in verhältnismäßig gutem Zustand.

Auf die Frage, was mit der aktuell als Lager für die Adventsdekoration der Gemeinde dienende Kirche in Zukunft passieren soll, sagt Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP: „Die Instandsetzung der Kirche ist seit Jahrzehnten Thema, nur braucht man für ein solches Kunstwerk von einem Gebäude entsprechende Spezialisten. Der Sanierung sind bisher die hohen Kosten im Weg gestanden, was sich mit der Hilfe der Europäischen Union jetzt ändern könnte. Wir werden bis Oktober einen Antrag auf Fördergelder einreichen, die über 80 Prozent der Sanierungskosten decken würden.“

"Wir suchen jetzt eine Partnergemeinde"

Für eine solche Förderung muss die Gemeinde die Sanierung allerdings in einen „europäischen Rahmen“ stellen. Konkret heißt das: „Wir suchen jetzt eine Partnergemeinde in der Slowakei, die einen ähnlichen ‚versteckten Schatz‘ hat. Oder eine slowakische Universität, die auf Fresken und deren Restauration spezialisiert ist.“

Die geschätzten Sanierungskosten für die Klosterkirche: fünf Millionen Euro aufwärts. Mit den EU-Geldern und Förderungen aus Österreich sollen die Kosten für die Gemeinde jedoch so niedrig wie möglich gehalten werden.

Wann die Kirche ihre Pforten wieder öffnen könnte, weiß Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum: „Schön wäre es, wenn wir die Kirche bis zur Landesausstellung 2019 wieder vorzeigbar machen könnten. Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs ist 2022 aber realistischer, sofern wir die Förderung bekommen.“