Wiener Neudorf wieder im Training. Es war die längste Hockey-Pause in den letzten 50 Jahren. Jetzt sind die Wiener Neudorfer Teams zurück am Platz.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 22. Mai 2020 (13:25)
So sieht der neue Trainingsalltag in Wiener Neudorf aus. Mit Abstand und in kleinen Gruppen.
HC Wiener Neudorf/Liegle

Aufatmen beim Hockey-Club Wiener Neudorf – es darf wieder trainiert werden. Allerdings vorerst nur unter strengen Auflagen. Aber immerhin: die längste Pause in der Geschichte des Klubs ist somit beendet. Auch wenn betreffend der Zukunft viele Fragen offen sind – wann es wieder ein normales Training mit Zweikämpfen oder gar ein Match gibt, ist nicht absehbar. Mit dem eingeschränkten Trainingsbetrieb ist aber immerhin einmal ein erster Schritt getan.

Normal nur drei Wochen Saisonpause

Hockey wird sowohl am Feld als auch in der Halle gespielt. Normalerweise startet eine Saison Ende Juli mit dem Training und Ende August mit der Feldmeisterschaft. Die dauert bis Ende Oktober – dann geht es ohne Pause in die Halle. Und nach Ende der Indoor-Saison (Anfang März) geht es gleich am Feld weiter. So ergibt sich im Regelfall lediglich eine dreiwöchige Pause für die Aktiven. Die Corona-Pandemie sorgte für nun für eine zehnwöchige Unterbrechung, das hat es in den letzten 50 Jahren noch nie gegeben.

Vorgaben sind ein enormer Aufwand

Diese Woche durften Damen und Herren nun erstmals wieder auf den Platz. "Vorerst trainieren einmal die Erwachsenen in Kleingruppen, beim Nachwuchs wollen wir nach Pfingsten beginnen", erläutert Wiener Neudorf-Obmann Paul Pultar und verweist auf die strengen Auflagen die zu befolgen sind: Die Kabinen sind geschlossen, es gibt keine Zuseher, alle Aktiven haben eine Einverständnis-Erklärung abgegeben und die Verantwortlichen führen eine Trainingliste. "Ein enormer Aufwand für einen kleinen Verein, aber damit müssen wir leben", kommentiert Pultar. 

Die Trainer bekamen ein Visier

Trainer Christian Sedy wurde mit einer besonderen Hockey-Maske ausgestattet. Das Gesichts-Visier ist eine Maßnahme, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
HC Wiener Neudorf/Liegle

Auch Trainer Christian Sedy ist voller Tatendrang. Beim Trainingsauftakt kümmerten sich noch Co-Trainer Patrick Löffler sowie NÖHV Auswahltrainer Cedric d'Souza um die Spieler. Die Trainer wurden vom Verein mit Gesichts-Visieren ausgestattet. "Irgendwie komisch, aber man muss sich auch daran gewöhnen", fand Trainer Sedy nach den ersten Minuten. 

Völlig anders und anderer Fokus

Wie sich die Abläufe am Platz verändert haben? "Das Training ist natürlich völlig anders gestaltet. Da wir aber in nächster Zeit keine Meisterschaft spielen, ist das nicht so tragisch. Wir können uns jetzt auf Dinge konzentrieren, die sonst vielleicht zu kurz kommen." Mit dem Trainingsauftakt sichtlich zufrieden war Obmann Pultar: „Wir haben viel investiert, haben uns mit dem Hockey-Verband abgesprochen, haben Unterstützung aus Deutschland bekommen und waren immer im regen Austausch mit der Gemeinde. Ich möchte mich bei allen bedanken die da so unterstützend mitgewirkt haben."

Nachwuchs muss noch etwas warten

Nach Pfingsten will der Verein auch mit dem Nachwuchs-Training beginnen, wobei der Obmann gleich fest stellt: „Da müssen die Eltern aber zustimmen und entsprechende Erklärungen unterfertigen. Außerdem ist alles freiwillig, es gibt derzeit bei uns kein Muss-Training.“ Dennoch ist der Vereinschef sicher, dass viele Kinder die Möglichkeiten nützen werden, um sich endlich wieder am Platz zu bewegen und der Hockey-Kugel nach zu jagen, denn so eine lange Hockey-Pause hat es ja seit 50 Jahren nicht mehr gegeben.