Wiener Neudorfer Familienbande. In den letzten 40 Jahren gab es bei Wiener Neudorfs Hockey-Assen zahlreiche Geschwister-Paare - ein Streifzug durch die Familienalben.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 01. Juli 2020 (14:25)
Die Dragosits-Schwestern sind ein Beispiel für viele Geschwister-Paare in der Wiener Neudorfer Vereinsgeschichte - Daniela (ganz links) und Betti (rechts).
HC Wiener Neudorf

Hockey ist in Österreich eine Randsportart. Aber Hockey ist auch eine familiäre Sportart. Das beweist der Hockeyclub Wiener Neudorf, bei dem in den letzten Jahrzehnten viele Geschwister-Paare aufliefen. Das Geheimnis: Eltern müssen ihre Sprösslinge, die mit dem Sport beginnen, unterstützten. Dann springt der Funke auf die gesamte Familie über. Bestes Beispiel: Wiener Neudorfs Obmann Paul Pultar, er selbst kam durch seine beiden Töchter völlig „unbeleckt“ zu diesem Sport: "Diese Kombination spielt uns in die Hände, ist die Basis für die spätere Aufbauarbeit", glaubt Pultar.

Die Olympia-Zwillinge Lorenz

Dass erste Geschwister-Paar, das in Wiener Neudorf für Furore sorgte, waren die Lorenz-Zwillinge Patricia und Regina. Als blutjunge Spielerinnen vertraten sie Österreich bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau. Später waren die beiden Grundpfeiler der erfolgreichen 1990er-Jahre. Immerhin waren die Zwillinge bei allen 16 Wiener Neudorfer Meistertiteln (Halle und Feld) dabei. Regina rangiert mit 164 Teameinsätzen immer noch auf Platz zwei der ewigen Bestenliste. 19 Einsätze mehr am Konto hat Irene Balek. Sie kam durch ihren Vater nach Wiener Neudorf. Gemeinsam übrigens mit ihren Bruder Gerhard, der ebenfalls fixer Bestandteil der Herrenmannschaft war. 

ABC-Boys in der Bundesliga

Gemischte Geschwister-Paare sind in der Wiener Neudorfer Geschichte in der Unterzahl. Meistens standen die Geschwister zusammen am Platz. In den 1990er- und 2000er-Jahren waren das etwa die ABC-Boys: Achim, Bernhard und Clemens Pechböck, die halfen, die Herren lange in der obersten Spielklasse zu halten. Auch die Gebrüder Gassner (Dominik und Markus), so wie die Fischer-Zwillinge Alexander und Matthias, die zwei Jahrzehnte für Wiener Neudorf auf Torjagd gingen sind Beispiele.

Aktuell vier Schwestern-Paare

In der aktuellen Damen-Mannschaft sind Schwestern-Duos in Mode. Da sind die Obmann-Töchter Birgit und Marianne Pultar, ebenso zu nennen, wie die Auffingers Kathi und Julie. Daniela Dragosits ist die Schwester von Betti Jessl. Michaela Streb ist in Wiener Neudorf gesetzt, während Daniela Streb nach zwei Kreuzbandrissen derzeit noch im Aufbau ist. Dazu kommen noch drei gemischte Geschwister-Paare Adrianna Füllenhals' Bruder Nico hütet das Tor der Herren. Mittelfeldmotor Felix Kessler ist der Bruder von Olivia. Beide stehen im U18-Teamkader. Und Damen-Spielerin Lilli Sieber darf sich freuen, dass Bruderherz Julian bald schon in den erweiterten Herren-Kader aufrückt.

Als Mamas mit Töchtern spielten

Doch nicht nur Geschwister-Paare gab es in den letzten Jahren. Auch Mutter-Tochter-Kombinationen finden sich in den Geschichtsbüchern. Die junge Irene Balek spielte mehrere Jahre mit Mutter Monika. Denise und Jeannette Liegle standen mit Mama Edeltraud sogar im Europacup-Aufgebot. Die Liste könnte noch länger fortgesetzt werden. Rund 100 Geschwister-Paare spielten in den jüngsten drei Jahrzehnten für Wiener Neudorf und im Nachwuchs gibt es schon die nächsten familiären Gespanne.