Spital-Kritik: Der Chef war da. Nach heftigen Attacken über Baumängel beim Pavillon A kommt Karl Wilfing, ÖVP, vorbei.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 02. Juli 2014 (16:12)
Der Wasserschaden in einem Patientenzimmer im obersten Stockwerk ist behoben, davon überzeugten sich Primarius Johann Pidlich, Landesrat Karl Wilfing, Reinhard Fritz und Primarius Burghard Plainer (v.l.). Foto: Dworak
NOEN, Dworak
Ein „profil“-Bericht lässt bei den Verantwortlichen des Landesklinikum Mödling die Wogen hochgehen. Eklatante Baumängel im neuen Pavillon A haben den Betrieb fast ins Stocken geraten lassen: Wasser kam statt Strom aus den Steckdosen, Anrainer der Payergasse sahen den Chirurgen beim Operieren zu, und der Speisesaal war nur – fast durch – die Pathologie erreichbar.

Missstände müssten so rasch wie möglich behoben werden

Betriebsratsvorsitzender Rudolf Haas dementiert im NÖN-Gespräch, den Artikel lanciert zu haben: „Ich weiß nur, dass ich unzählige Gespräche mit Mitarbeitern geführt habe, die sich über die geschilderten Mängel sehr aufgeregt haben.“
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NOEN, Foto: Wimmer/BFK Mödling

Derartige Missstände seien in einem Krankenhausbetrieb „verständlicherweise eine gewaltige Belastung für das Personal“ und müssten so rasch wie nur möglich behoben werden. Ein Spital- sei mit einem normalen Hausneubau eben nicht zu vergleichen.

Baumängel keine Gefahr für Personen & Gebäude 

Seitens der Holding heißt es auf NÖN-Anfrage, dass „Baumängel bei Großprojekten leider nie gänzlich auszuschließen sind. Sie werden gemäß dem Verursacherprinzip zugeordnet und erledigt“.

Zudem spreche man bei den aufgelisteten Baumängeln von behebbaren, die keine unmittelbare Gefahr für das Gebäude und Personen darstellen: „Daher ist der Betrieb auch nicht gefährdet“, betont Pressesprecher Bernhard Jany. Der neue Pavillon A sei jedenfalls von den Sachverständigen für den Betrieb abgenommen.

Auch die Ursache für den Einsturz der Hubschrauberlandeplattform im Februar sei mittlerweile von Sachverständigen evaluiert worden. „Der Schaden ist versicherungsanhängig und wird von der ausführenden Firma vollständig abgedeckt“, meinte Jany. Über die Ursache hüllt man sich unter Hinweis auf das „noch laufende Verfahren“ immer noch in Schweigen.

Die Diskussionen haben jedenfalls eine Konsequenz: Karl Wilfing, ÖVP, wurde als zuständiger Landesrat am Mittwoch zu einem Lokalaugenschein in Mödling erwartet.


UPDATE: Lokalaugenschein im Pavillon A

Den „profil“-Artikel, in dem von einem „Kranken Haus“ in Mödling die Rede war, bezeichnete Landesrat Wilfing beim Lokalaugenschein am Mittwoch von einem „unverantwortlichen Artikel, der die Menschen völlig verunsichert“.

„Bis 2017 mit Provisorium und Mega-Herausforderung leben“

Natürlich habe es „bei einer derartigen Großbaustelle Mängel gegeben“, machte Wilfing, deutlich. Die seien aber „wie bei jeder Baustelle üblich, den jeweiligen Verursachern zugeordnet worden und konnten zum Großteil bereits behoben werden“.

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NOEN, Dworak

Er bedankte sich schon einmal bei den Mitarbeitern, die sich dessen bewusst seien, dass sie den Betrieb während des laufenden Umbaus aufrecht erhalten müssen.

Reinhard Fritz, kaufmännischer Direktor und Baustellenkoordinator, redete nicht lange um den heißen Brei: „Völlig aufgelöst können alle Unannehmlichkeiten für Patienten und Personal erst nach Fertigstellung aller drei Pavillons sein. Bis 2017 müssen wir uns alle der Mega-Herausforderung stellen, mit und in einem Provisorium zu leben.“

Kinder- und Jugendstation übersiedelt demnächst

Standortleiter Primarius Burghard Plainer weiß, wo die Kritik-Schwerpunkte abseits der diversen – mittlerweile behobenen - Wassereinbrüche (geplatztes Rohr zum Unterflurspeicher, undichtes Dach nach dem Einsturz der Hubschrauberlandeplattform) liegen. Etwa in der Erstaufnahme, die aktuell zu klein dimensioniert ist.

„Hier gibt’s die meisten Beschwerden – vor allem darüber, dass bei der Anmeldung  die wartenden Patienten alles mithören können. Das ist leider in der nächsten Zeit vom Platzangebot her kaum zu ändern, das ist ein Provisorium.“ Primarius Johann  Pidlich, ärztlicher Leiter des Landesklinikums Baden-Mödling bringt den wohl wichtigsten Aspekt ins Treffen: „Wir haben und werden stets qualitätsvolle medizinische Versorgung anbieten.“
 
Nächster großer Bauschritt: In wenigen Tagen übersiedelt die komplette Kinder- und Jugendstation in den Trakt auf Seite der Schwester Restituta-Gasse, der dafür extra adaptiert wird. Im August wird der „Kinderturm“ abgerissen werden.

Mehr über den Lokalaugenschein im neuen Pavillon A und den weiteren Bauverlauf gibt’s in der nächsten Mödlinger NÖN!