Gaaden: Zirkus Belloni braucht Hilfe. In Gaaden konnte der Zirkus Belloni ein Quartier finden: Seit einem Jahr ohne Einnahmen mangelt es an allem.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 09. Februar 2021 (03:44)
In Gaaden hat der Zirkus Belloni sein Winterquartier gefunden: Gemeinderätin Christine Kraus, „Hansi Spörk“, Ortschef Rainer Schramm, Carlos Frank, Vizebürgermeister Christian Brenn und Anja Noichl.
Nebuda

In der alten Lackfabrik in Gaaden liegt ein Hauch von Zirkusluft, denn hier haben mit dem Zirkus Belloni 30 Tiere und zwei Familien ihr Winterquartier gefunden. Natürlich hatte man andere Pläne: Wildwestshow, Feuerschlucker, Artistik, Clown, Esel- und Pferde-Choreografie hätten in Krems und anderen Orten gezeigt werden sollen. Auch der Yak- und Zwergzebu-Mischling „Red Bull“ hätte mit seinen imposanten Hörnern wohl allerorten in der Manege gute Figur gemacht.

Corona machte den Vollblut-Zirkusleuten einen Strich durch die Rechnung. Seit einem Jahr keine Einnahmen, die Reserven aufgebraucht, „aber die Rechnungen laufen weiter“, beschreibt Carlos Frank, Chef der Truppe. Ortschef Rainer Schramm, Wir Gaadner, hat in Absprache mit den Grundstückseigentümern den Aufenthalt ermöglicht und die Schneeräumung in die Wege geleitet.

Dankbar ist man für die Hilfsbereitschaft der Gemeinde und vieler Privatpersonen: „Wir möchten allen, die uns geholfen haben und noch helfen, unseren innigsten Dank aussprechen, das ist uns ganz wichtig“, lässt Frank nicht unerwähnt.

Guter Geist in schwerer Stunde ist „Hansi“ Spörk. Sie engagiert sich schon geraume Zeit für die „Bellonis“: „Ich hab’s in der Zeitung gelesen und bin gleich losgefahren.“ Spörk hat eine lange „empathische Vergangenheit“. Sie hat in der Gruft für Obdachlose gekocht, 1974 Uganda-Flüchtlinge unterstützt und Rumänientransporte organisiert: „Ich habe das Vertrauen der Leute, dann helfen sie auch gerne, begeistert bin ich von der Spendenfreudigkeit der Gumpoldskirchner, sie haben für den Zirkus Belloni rund 4.000 Euro aufgebracht.“

Gebraucht wird derzeit beim Zirkus alles, Futter für die Tiere, Heu, Karotten, Kraftfutter, trockenes Brot, Decken, Essensgutscheine, Geld.

Ans Aufgeben hat man noch nie gedacht, immerhin fließt in den Andern dieser Dynastien seit Jahrhunderten Zirkusblut, sie alle sind schon seit sieben, acht oder neun Generationen in der Manege zuhause: „Das gibt man nicht auf, diese Tradition muss weiterleben“, betonte Frank.