Bezirk Mödling: Die Winterbranche wird kreativ. Reisebüros kämpfen mit  Buchungsausfällen. Die Skibetriebe bereiten sich auf die etwas andere Saison vor.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 25. November 2020 (04:45)
Symbolbild
APA

„Die aktuelle Buchungslage ist am Boden. Wir haben nun beschlossen, für die Wintersaison sogenannte ‚Österreich-Packages‘ anzubieten, wie zum Beispiel Hütten-Erlebnisse“, berichtet Birgit Obermayer vom Reisebüro „Reisewelt Mödling“.

Auch die Fachgruppenobfrau der Reisebüros Niederösterreichs und Geschäftsführerin von „Optimal Reisen“ in Perchtoldsdorf, Sabine Riedl, gibt sich „abwartend. Es werden vereinzelt Auslandsreisen gebucht, etwa auf die Kanaren, in die Emirate oder die Malediven. Die Österreichurlaube werden meist direkt gebucht und nicht über uns.

Sabine Riedl von „Optimal Reisen“ spricht von einem 95-prozentigen Minus.
WBNÖ

Eine längerfristige EU-weite Regelung für Reisen ins Ausland müsse laut Riedl „dringend her. Die Österreicher sind bereit, Covid-Tests durchführen zu lassen, jedoch ist dann immer noch die Angst vorhanden, durch die sich ständig ändernden Reisewarnungen und -beschränkungen Probleme bei der Rückreise zu bekommen“. Da die Reisebüros seit März keine richtige Unterstützung erhalten haben und somit „im Regen stehen gelassen“ werden, verzeichnet die ganze Branche „ein Umsatzminus von 95 Prozent“, so Sabine Riedl.

Gäste und Skilehrer wollen geschützt sein

Die NÖ Skibetriebe rüsten sich in der Zwischenzeit bereits für die, etwas andere Skisaison 2020/21. Dieter Pflug (54) aus Sulz im Wienerwald, Lehrer in der Mittelschule Brunn/Maria Enzersdorf, Skischulleiter in St. Corona und Mönichkirchen am Wechsel, erzählt im NÖN-Gespräch von der „tollen Zusammenarbeit aller Skischulen in unserem Bundesland. Wir arbeiten mit dem Sportland NÖ an einheitlichen Richtlinien für Sicherheitsmaßnahmen in den Skigebieten.“

gorillaimages/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Wichtig sei, dass „wir die Skifahrer in NÖ behalten“, betont Pflug. „Es wird eine Art Gassenverkauf geben. Alle Anmeldungen werden online durchgeführt und der Verleih wird im Freien abgehandelt. Uns ist wichtig, dass wir unsere Gäste und Skilehrer schützen“, so Pflug.

Gertraud Buchner aus Mödling plant ihren Familien-Winterurlaub wie auch in den letzten Jahren. „Wir würden im Februar nach Schladming fahren. Unklar ist jedoch, ob wir dann wirklich Skifahren gehen, oder nicht auf Schneeschuhwandern ausweichen.“

Manuel Geier aus Perchtoldsdorf bereitet sich „auf einen spontanen Skitrip“ vor.
privat

Anders Manuel Geier aus Perchtoldsdorf. Der 30-Jährige fährt normalerweise mit Familie und Freunden in den Skiurlaub: „Geplant haben wir bis jetzt nichts. Derzeit wäre es zu unsicher, da man sehr schnell zum Verdachtsfall wird oder im schlimmsten Fall selbst erkranken kann“. Als Alternative hat sich der Perchtoldsdorfer dazu entschieden, auf Tagesausflüge auszuweichen. Sollten spontane Ski-Trips tatsächlich möglich sein, „werden sie trotzdem ganz anders sein als gewohnt, da es beispielsweise das gemütliche Zusammensitzen in der Hütte nicht geben wird“.

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