Maria Enzersdorf

Erstellt am 26. Januar 2019, 11:34

von Christoph Dworak

Wirbel nach Stadtchef-Posting. Zwei ehemals in St. Gabriel betreute Flüchtlinge sitzen in U-Haft. Was folgte, war heftige Kritik von Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner, VP, an der Caritas.

Hans Stefan Hintners "Pizza-Sager" bezog sich auf Klaus Schwertners "Gemeinsam kochen"-Aktion bei der Ankunft der Flüchtlinge  |  Willy Kraus

Die Verlegung der „auffälligen und unbegleiteten minderjährigen“ Flüchtlinge im Dezember von Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) ins Caritas-Haus nach St. Gabriel in Maria Enzersdorf sorgte für viel Aufregung. Noch größer wurde der Wirbel, als
Asyllandesrat Gottfried Waldhäusl (FP) Anfang Jänner einige Personen neuerlich verlegen ließ. Sie seien über 18  Jahre und fielen daher aus der Grundversorgung. Was ebenfalls wenig zur Beruhigung der Situation beigetragen hatte: einer der Jugendlichen wurde nach einem heftigen Disput in St. Gabriel mit einem Betretungsverbot belegt.

Am Freitagabend der nächste Aufreger. In einem Posting ließ Mödlings Stadtchef aufhorchen. Über zwei der in St. Gabriel Betreuten sei die U-Haft verhängt worden. Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner ließ er ausrichten: "Die Pizza-Essen-Politik der Caritas scheint nicht wirklich zu funktionieren." (Schwertner hatte beim Empfang der Jugendlichen gemeinsam mit ihnen gekocht, Anm.d.Red.).

Schwertner wunderte sich über die Aufregung, zumal er am Freitag noch in Maria Enzersdorf gewesen sei und nichts von Festnahmen bemerkt habe. Er hat sich nach NÖN-Anfrage noch in der Nacht daran gemacht, mehr über die Hintergründe zu erfahren. Bei den Inhaftierten soll es sich demnach um eben jenen Jugendlichen, der nach dem Betretungsverbot nicht mehr nach St. Gabriel zurückgekehrt war und abgemeldet wurde, und um einen der 18-Jährigen, der ebenfalls nicht mehr in Caritas-Obhut ist, handeln.

Man habe davor gewarnt, Flüchtlinge aus der Grundversorgung und dadurch aus der intensiven Betreuung zu reißen, sagte Caritas-Pressesprecher Martin Gantner am Samstag. Den noch zehn vor Ort verbliebenen Jugendlichen gehe es gut, "alles ist ruhig. Sie nehmen das Betreuungsangebot an, besuchen Ausbildungs- und Deutschkurse. Einer darf sogar in einer Bäckerei schnuppern".

Betreuungsvertrag mit dem Land gibt es übrigens noch immer keinen: "Eine ungute Situation für die Betreuten, die Betreuer und uns", betonte Gantner.

Wie die Bürgermeister aus Maria Enzersdorf, Johann Zeiner, VP, und Hans Stefan Hintner auf die aktuelle Situation reagieren,  lesen Sie in der Mödling NÖN.