Neustart in die Saison im Bezirk Mödling geglückt. Die Gastronomen sind durchaus optimistisch gestimmt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:22)

Mödling: Für Charly Breyer vom „Babenbergerhof“ war „der Freitag bis Mittag eine Katastrophe, es war nichts los. Am Abend dann genau das Gegenteil. Wir waren ausreserviert“. Bezüglich Sicherheitsvorkehrungen ergänzt Breyer. Glücklich, wieder ihren Kaffee in der „Brückenbar“ genießen zu können, ist Renate Edlinger-Gross. „Endlich kehrt wieder Leben ein, denn die Gastronomie ist ein Kommunikationszentrum.“ Auch Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, bestätigt: „Wenn die Wirte auf Dauer geschlossen hätten, wäre die Gesellschaft nicht mehr in der Form vorhanden. Man erfährt bei einem Besuch in der Gastronomie Dinge, die man sonst nicht erfahren würde“.

Kaffeehausbesitzer Oskar Grande verzeichnete am ersten Tag „rund 60 Prozent des vorherigen Gästeaufkommens. Das Echo seitens der Gäste ist gut, die Reaktionen allerdings sehr unterschiedlich, manche halten weiten Abstand, andere umarmen mich, weil sie genug haben von dem Corona-Getue.“

Plexiglaswände und Personal mit Maske prägen das Bild beim Heurigen Pferschy-Seper. Das Lokal ist am ersten Abend gut gebucht. Birgit Seper und ihr Team sind froh, dass „es wieder losgeht. Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt und so haben viele, die für den Garten reserviert hatten, abgesagt, weil sie sich nicht getraut haben, in einem Raum zu sitzen. Aber sonst sind wir mit dem Auftakt sehr zufrieden“.

Perchtoldsdorf: Spannende Zeiten auch für das Restaurant und Hotel „Karl-Wirt“ in Perchtoldsdorf. Während das Restaurant des Familienbetriebes in 3. Generation mit weniger als der Hälfte seiner sonst verfügbaren Plätze öffnete, muss sich das angeschlossene Hotel noch bis 29. Mai gedulden. Gemeinsam mit ihrem Team will die Familie diese Herausforderung meistern, denn „Jammern ist und war nie eine Option“. Die Unternehmer schöpfen Kraft aus der Innovation der Töchter Katharina & Johanna sowie der Erfahrung der Eltern Herbert und Eva: „Diese besondere Zeit ist für alle Unternehmer eine Herausforderung.“

Guntramsdorf: Das Traditionslokal „Jagdhof“ war am Freitag ausgebucht. Franz Fakler streut seinen Gästen Rosen. „Ich bin überwältigt, es war eine Freude, viele Stammgäste wieder zu sehen. Es tut gut zu wissen, dass uns die Gäste die Treue halten.“ Die erforderlichen Abstände einzuhalten ist im „Jagdhof“ aufgrund der Weitläufigkeit der Gaststätte einfach. Lediglich die Kellner sind mit ihren Mund-Nasenschutzmasken nicht zu beneiden. Mitten im Geschehen auch Elisabeth Fakler, die als „Fakler 5.0“ frischen Wind ins Restaurant bringt.

Das Heurigen-Lokal von Markus und Heidi Gausterer war bereits am Freitag gut besucht. „Es läuft nicht schlecht an, die Kundenfrequenz ist da.“ Dennoch fallen „viele große Gruppen weg. Unser Umsatz ist um rund ein Drittel geringer als sonst“, erzählt Markus Gausterer. Die Investitionen aufgrund der neuen Hygieneregeln sieht der Unternehmer als „notwendige Begleitmusik. Wir mussten bei der Schank Trennwände aus Plexiglaswände aufstellen. Es ist unangenehm, aber erträglich“.

Maria Enzersdorf: Die „Waldmeierei Liechtenstein“ präsentiert sich in bestem Zustand, der Bereich im Freien wurde aufgrund der Sicherheitsabstände adaptiert. Für Restaurantleiter Alexander Vogel und sein Team heißt es jetzt einmal, „abwarten, wie sich die Situation entwickelt“. Eines ist fix: Eine zweite Corona-Welle wäre auch aus unternehmerischer Sicht „eine Katastrophe“.

Buchelbach: Glücklich, wieder Gäste begrüßen zu dürfen, ist Josef Pruckl von der „Biosphärenhof-Bier- und Mostschänke“. Man habe nur zwei Tische entfernen müssen, um die Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen. Pruckl übt aber auch Kritik: „Wir haben am 15. März einen Antrag an den Härtefonds gestellt und bis heute keine Unterstützung bekommen.“ Stammgast Catherine Fischer ist jedenfalls froh, wieder im „Biosphärenhof“ zu sein. „Es hat viel zu lange gedauert, ins Lieblingslokal gehen zu können“.