Zank um den Park. Verschobene Sitzungen, die Kostenfrage und die „Angst vor Löwenzahn“ bei Diskussion um den Generationenpark.

Erstellt am 05. Mai 2015 (11:39)
NOEN, Foto: Stiefel
Es bleibt unklar, was aus dem Generationenpark werden soll und wie viel er kosten darf.
Der geplante Sparkurs für die Fertigstellung des Generationenparks sorgt für Aufregung im Gemeinderat. Die beteiligten Firmen und Architektin Sanja Turkovic (die sich in der Vorwoche zu Wort gemeldet hatte) sollen für ihre erbrachten Leistungen bezahlt werden, auch wenn viele geplante Vorhaben nicht umgesetzt werden.

Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum, möchte die weitere Gestaltung simpel halten: „Wir dürfen keine Angst vor Löwenzahn oder Gänseblümchen haben. Eine Bepflanzung wie am Eichkogl wäre ideal für dieses Projekt.“

Das sieht Alt-Bürgermeister Christian Wöhrleitner, SPÖ, anders: „Wir können nicht von einer wilden Heide träumen. Der Park wird immer als ‚durchgestylt‘ bezeichnet, dahinter steckt aber technisches Know-how.“

Sitzung wird um eine Woche verschoben

Robert Stania, FPÖ, hält den Park „für eine gute Idee, wenn auch zu teuer“, dem Norman Pigisch, ÖVP, zustimmt: „Wir hätten längst die finanzielle Reißleine ziehen müssen.“
Die Sitzung endete nach einer kurzen Unterbrechung, als die SPÖ geschlossen den Saal verließ, eine Fortsetzung fand am Montag statt.

Architektin Sanja Turkovic fühlt sich regelrecht übergangen: „Im Auftrag der Gemeinde hat eine breit angelegte Gruppe von Menschen, Unternehmen und Organisationen drei Jahre lang gemeinsam mit mir die Werte und Qualitäten der ‚Initiative Soziale Freiräume‘ in eine Park-Planung eingebracht, welche allen sozialen Gruppen dienen sollte.“
Turkovic weiter: „Die öffentliche Aussage Janschkas über eine ‚durchgestylte‘ Parkanlage zeigt, dass er den wahren Nutzen für die Gesellschaft noch nicht erkannt hat.“

Gemeinderatssitzung am Montag 

In der Gemeinderatssitzung am Montag ging es erneut um  den Generationenpark. Obwohl Alt-Bürgermeister Christian Wöhrleitner, SPÖ, beteuerte, dass "viel Herz und Hirn an der Planung des Projekts beteiligt war", wurde eine Kehrtwende beim weiteren Vorgehen beschlossen. Mehrere beteiligte Firmen - darunter auch Architektin Sanja Turkovic - sollen nun ausbezahlt und vom Projekt abgezogen werden. In den kommenden Wochen soll mit einem neuen Planer ein Konzept für einen naturbelassenen Park entwickelt werden. Der Gegenantrag seitens der SPÖ, alle bisher Beteiligten in einen Ausschuss zu holen und das Projekt zu reevaluieren wurde abgelehnt.
 
Eine vorzeitige Vertragskündigung gab es auch beim Ortsentwicklungskonzept. Bisher war das Planungsbüro "Hadler bis Hausdorf" mit der Erstellung eines Mobilitäts-Konzeptes beauftragt, was nun nicht mehr der Fall ist. Für Aufregung vor der Abstimmung sorgte die Aussage von Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, dass der Vertrag bereits gekündigt sei. Grund genug für Gemeinderat Andreas Grundtner, SPÖ, die Sitzung zu verlassen. Auch hier wird ein neuer Raumplaner die bestehenden Informationen weiterverwenden.