Region Wienerwald: „Der Schilling war lang in den Köpfen“

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:16
Lesezeit: 3 Min
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Georg Brutschy weiß noch gut, wie zeitaufwendig das Etikettieren der vielen Waren in seiner Stadtgreißlerei war, als der Euro eingeführt wurde.
Foto: Monika Dietl
Greißler Georg Brutschy und Bäcker Wolfgang Simhofer erinnern sich.
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Georg Brutschy erinnert sich noch gut an die Währungsumstellung vor 20 Jahren: „Bei uns war das ein riesiges Umstellungsprocedere. Wir hatten noch keine Computerkassa und mussten alle Waren neu etikettieren. Am Samstag haben wir begonnen, am Montag musste alles fertig sein. Wir sind das ganze Wochenende gestanden und haben Unmengen von Etiketten verschossen, das war schon ein immenser Aufwand“, erzählt der Neulengbacher Stadtgreißler.

Auch die Übergangsphase, als sowohl mit Schilling als auch mit Euro bezahlt werden konnte, war schwierig.

„Wir haben immer mit Groschen gearbeitet, bei uns war immer Kleingeld da.“Die Cent-Münzen sorgten in der Greißlerei für keine neuen Probleme

Die Umstellung sei aber auch spannend gewesen, stellt Georg Brutschy fest: „Neue Scheine, neue Münzen, und die Zahlen waren plötzlich sehr niedrig.“

Mit den kleinen Cent-Münzen, die oft für Kritik sorgten, hatte man in der Neulengbacher Greißlerei keine Probleme: „Wir haben immer mit Groschen gearbeitet, bei uns war immer Kleingeld da. Ob jetzt jemand 9,99 Schilling oder 99 Cent bezahlt hat, hat nicht viel Unterschied gemacht.“

Insgesamt habe man sich relativ rasch an die Währungsumstellung gewöhnt. Umgerechnet hätten die Kunden aber lang: „Das war ein langer Prozess. Der Schilling war schon noch lang in den Köpfen. Kunden haben sicher nach zehn Jahren auch noch umgerechnet.“

Der Innermanzinger Bäckermeister Wolfgang Simhofer erinnert sich, dass nicht viele Menschen begeistert von der Einführung einer neuen Währung waren. Simhofer betrieb vor 20 Jahren zwei Geschäfte: eines in Innermanzing, eines in Neulengbach.

An Beschwerden von Kunden erinnert er sich nicht. Umgerechnet hätten die Menschen aber sehr lang. „Ich selbst rechne teilweise heute noch um, zum Beispiel, wenn wir essen gehen.“ Als großes Problem hat der Unternehmer die Einführung des Euro jedenfalls nicht im Gedächtnis: „Covid verursacht heute mehr Spaltung in der Gesellschaft als damals die Währungsumstellung.“

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