Neulengbacher Handel: „Besser kontrollieren als wieder zusperren“

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:52
Lesezeit: 4 Min
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Eva Beer (Mitte) von Juwelier Zornig und ihre Mitarbeiterin Karin Hagelbauer (r.) hatten bereits einige schwierige Situationen beim Kontrollieren. Für Kundin Brigitta Huber (l.) ist die Überprüfung absolut richtig und wichtig.
Foto: Foto Christine Hell
Der Großteil der Kunden sei gegenüber den 2G-Kontrollen verständnisvoll, wird aus den Geschäften berichtet. Aber es gibt auch Ausnahmen.
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Seit einer guten Woche müssen im Einzelhandel die 2G-Nachweise der Kunden kontrolliert werden - ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs. Die NÖN hat nachgefragt, wie die neue Regelung aufgenommen wird.

Die Kunden haben zum Großteil Verständnis, ist aus dem Modehaus Frank in Neulengbach zu erfahren: „Die meisten Kunden zeigen von sich aus ihren 2G-Nachweis“, berichtet Günther Frank. Man versuche, bereits beim Eingang zu kontrollieren, weil sich die Kunden ja länger im Geschäft aufhalten.

Einen weiteren Lockdown wünscht sich niemand

Die Kontrollen bedeuten zwar einen Mehraufwand für das Personal, aber das wird hingenommen: „Lieber so und offen halten als anders“, so Frank.

Einen weiteren Lockdown wünscht sich niemand. In der Aktiven Wirtschaft in Neulengbach gab es die Überlegung, ob man im Markt eine zentrale Möglichkeit für die Kontrollen – ähnlich wie in Einkaufszentren – schafft. Davon ist man aber wieder abgekommen.

Martha Gruber stellt fest, dass die Kunden recht gut auf die neuen Kontrollen reagieren. Die ganze Situation sei zwar befremdlich, sagt die Schuhkastl-Chefin: „Aber wenn wir dazu beitragen können, dass es besser wird, dann sind wir zufrieden.“

Die Kundenfrequenz sei derzeit noch niedriger als sonst in einem Jänner: „Die Leute überlegen schon, ob sie einkaufen gehen.“ Dass sich manche Leute so gegen die Corona-Impfung sträuben, kann die Unternehmerin nicht nachvollziehen: „Dieses Nicht-Vertrauen in die Impfung verstehe ich nicht. Die Wissenschaft hat so viele Möglichkeiten, die sie früher nicht hatte.“

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Für Michael Wallisch in Neulengbach ist die „Prüferei rund um Corona“ kein Problem.
Foto: Hell

Auch für Michael Wallisch, der in Neulengbach Holzspielzeug, Bastelwaren und Babykleidung anbietet, war die Prüferei bisher kein Problem: „Manche muss man nur darauf hinweisen“, sagt er. Der Unternehmer findet auch das Impfen und Testen sehr sinnvoll.

„Wir hatten bereits drei Kunden im Geschäft, die nicht bereit waren, ihr Zertifikat vorzuweisen. Sie haben sehr grantig reagiert.“Juwelierin Eva Beer

Alle Hände voll zu tun, um den grünen Pass der Kunden zu kontrollieren, hat derzeit Anna Herzberger-Carp. Die Angestellte der Fussl-Modestraße in Neulengbach betreut als einzige Angestellte im gesamten Modecenter nebenbei auch noch die Kassa und berät die Kunden.

Sie ist dennoch guter Dinge und sieht die Situation positiv: „Die meisten Menschen haben ihr Smartphone bereits beim Hereinkommen in der Hand und haben mit der Kontrolle kein Problem.“

Nicht immer ganz so unproblematisch lief es bis jetzt im Juweliergeschäft Zornig ab. Inhaberin Eva Beer erklärt: „Wir hatten bereits drei Kunden im Geschäft, die nicht bereit waren, ihr Zertifikat vorzuweisen. Sie haben sehr grantig reagiert.“ Der Großteil sei aber sehr verständnisvoll, so die Juwelier-Fachfrau und sie stellt entschlossen fest: „Wir müssen jetzt zusammenhalten.“

„Wir müssen jetzt zusammenhalten“

Etwa 90 Prozent der Kunden sind sehr verständnisvoll“, sagt Silvia Weissenlehner vom „Lieblingsstyle“ in Neulengbach. Einige Diskussionen habe es aber auch bereits gegeben, weiß die Modeexpertin. Sie sieht den Mehraufwand aber gelassen: „Besser prüfen und kontrollieren, als die Geschäfte wieder zusperren.“

Auch Sabine Weinzettl ist mit der neuen Regelung einverstanden: „Ich persönlich finde es total richtig, dass jetzt geprüft wird.“ Sie selbst sei drei Mal geimpft, so die Lederwaren-Fachfrau in Neulengbach, und sie gehe darüber hinaus zwei Mal in der Woche testen. „Und auch das Maskentragen ist für mich kein Problem“ sagt Weinzettl, denn damit könne man nicht nur eine Corona-Infektion verhindern. Auch Grippe, Magen-Darm-Geschichten und Schnupfen sind damit erfolgreich abzuwehren.

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