Wieder Ärger über Bahnlärm in Eichgraben

Schienenstränge wurden verlegt, leiser soll es dadurch nicht geworden sein. ÖBB beschwichtigt.

Andrea Stoiser Erstellt am 24. September 2021 | 05:04
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Eichgraben und die Bahn – eine lange Geschichte. Die Baustelle ist fertig, der Lärm geht weiter.
Foto: Stoiser

Die ÖBB-Baustelle in Eichgraben ist so gut wie fertig. Nach dem ersten Aufatmen, dass der Baustellenlärm endlich Geschichte ist, macht sich aber wieder Unmut unter den Anrainern breit. Laute scheppernde und quietschende Züge werden verstärkt wahrgenommen.

„Nicht gewünschten Erfolg gebracht“

„Die Neugestaltung der beiden Schienenstränge unter Einbeziehung des Bahnhofsbereiches des in Richtung St. Pölten verlaufenden Gleises wurde jetzt endlich abgeschlossen. Leider ist dabei festzuhalten, dass der Um- beziehungsweise Neubau des Schienenstranges nicht den gewünschten Erfolg hinsichtlich der leiseren Zugsführung gebracht hat“, meint SPÖ-Obmann Ernst Singer, der direkt neben der Westbahn wohnt.

Auch andere Anrainer klagen darüber, dass die Bahn im letzten Monat wieder extrem laut geworden sei. „Obwohl im Zuge des Neubaus auch die Schienen erneuert wurden – oder vielleicht doch nicht? – hört man vor allem auf dem Gleis in Richtung Wien das Geräusch der Schlupfwellen so deutlich, dass sie oft lauter hörbar sind als der Zug selbst“, berichtet Ernst Singer.

ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif hält fest, dass grundsätzlich Betonschwellen den Lärm besser absorbieren als Holzschwellen. „Während der Bauzeit war nur auf einem Gleis Betrieb, jetzt ist wieder Vollbetrieb und auch die Güterzüge fahren wieder regelmäßig – es kann sein, dass sich durch das geringere Verkehrsaufkommen während der Bauphase ein sensibleres Lärmempfinden entwickelt hat, als es vor oder zur Bauzeit bestand“, so Seif.

Das bezweifelt Ernst Singer aber: „Da sich der Zugsverkehr, insbesondere der Güterverkehr, nach Abschluss der Bauarbeiten wieder voll entwickelt hat, kann man wohl nicht von einem sensibleren Lärmempfinden sprechen.“

Und noch immer verkehren auf der alten Westbahnstrecke mehr Güterzüge als auf der Neubaustrecke. „Dass die Betonschwellen den Lärm besser absorbieren als die herkömmlichen Holzschwellen darf ich an dieser Stelle anzweifeln. Ist das der technische Fortschritt eines neuen Gleiskörpers? Oder sollten die Schienen doch wieder regelmäßig geschliffen werden, um wenigstens diesen Lärm ein wenig einzudämmen?“, fragt sich Ernst Singer, der sich Lärmmessungen wünscht. Diese sind aber laut Seif aktuell nicht geplant.