Austria Shirt & Jugend am Werk: „Wir sind eine Familie“. Vor sechs Jahren legten Austria-Shirt-Chef Herbert Böhm und Hannes Wakolbinger, der Leiter der Jugend am Werk-Werkstätte, den Grundstein zur Kooperation.

Von Christine Hell. Erstellt am 12. November 2019 (04:46)
Natalie Muck (l.), Nicole Schmied (5. v. l.), Alex Piramovsky und Daniela (4. und 3. v. r.), helfen als Mitarbeiter von Jugend am Werk bei Austria Shirt aus, Iris Pleyer (r.) ist als Betreuerin mit. Im Bild mit dem Leiter der Jugend am Werk Werkstätte Hannes Wakolbinger (2. v. r.), Austria-Shirt-Chef Herbert Böhm und den Mitarbeitern Margarete Edelmaier, Marketingspezialist Christian Kirchberger, Birgit Böhm, Cornelia Weiss (hinten, v. l.).
Christine Hell

„Seit 15 Jahren bekommt jeder unserer Kunden seinen Einkauf in unsere Gratis-Baumwolltasche eingepackt“, erklärt Herbert Böhm von Austria-Shirt in Altlengbach. Seit sechs Jahren werden diese Einkaufstaschen durch Mitarbeiter von Jugend am Werk mit dem Firmenlogo bedruckt.

Jeden zweiten Freitag kommen vier bis fünf Mitarbeiter mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen von Jugend am Werk Innermanzing in den Altlengbacher Betrieb, um Shirts zusammenzulegen, zu ordnen, den Verkaufsraum zu bestücken und in den Sommermonaten das Unkraut rund ums Haus in Zaum zu halten.

Neuerdings wird auch an den Niederösterreichischen Landesjacken Hand angelegt: „Wir haben den Versuch gestartet, die nach der erfolgreichen Stickarbeit abhängenden Fäden von den Mitarbeitern abschneiden zu lassen“, erklärt Herbert Böhm, und er freut sich, dass dies wunderbar gelungen ist, denn: „Bei einem derart hochwertigen Produkt muss auch alles perfekt sein und es darf auch auf der Innenseite kein Fädchen davonhängen.“ Außerdem sei die Nachfrage nach den Landesjacken richtiggehend explodiert, da brauche man wirklich jede helfende Hand. „Wir haben einen Virus geboren“, freut sich auch Christian Kirchberger, der für Marketing und Kommunikation bei Austria-Shirt verantwortlich ist. „Es ist sprichwörtlich der amerikanische Traum“, hält Herbert Böhm fest.

„Die Jugend am Werk-Mitarbeiter dürfen sich auch Shirts nach eigenem Wunsch bedrucken lassen. Sie bekommen sie dann von uns zum Sonderpreis.“ Herbert Böhm

Begonnen habe alles damit, dass ein Freund auf der Suche nach einer „coolen Niederösterreich-Jacke“ war. Diese Aufgabe wurde bravourös bewerkstelligt, ein grober Businessplan zur Herstellung einer „kleinen und netten Menge“ dieser Jacken folgte. „Das Ganze hat uns dann regelrecht überrollt“, freuen sich Böhm und Kirchberger gleichermaßen über den tollen Erfolg ihrer Jacke. Auch, dass dieser besagte Freund mit der Jacke bei einem groß angelegten Fest in St. Pölten auffiel und sogar von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner darauf angesprochen wurde, sorgte für viel Freude im Hause Austria-Shirt.

„Wir sind eine richtige Familie“, erzählt der Austria-Shirt-Unternehmer: Die gemeinsame Jause im Gemeinschaftsraum trage sicher auch zur tollen Zusammenarbeit der Mitarbeiter und der Helfer von Jugend am Werk bei, mutmaßt Böhm. „Wir sind stolz darauf, dass es kein böses Wort und keinen schiefen Blick gibt und ich sehe, dass es eine sehr entspannte Zusammenarbeit ist. Ich habe auch das Gefühl, dass alle gerne zu uns kommen.“

„Es ist eine sehr freundliche Zusammenarbeit“, stellt Hannes Wakolbinger fest.

Fleißig zusammenarbeiten heißt es jetzt besonders in der Vorweihnachtszeit, denn die Niederösterreich-Jacken von Austria Shirt sind auch als Weihnachtspräsente der Renner: „Die Jacken können bei uns ganz bequem per Telefon bestellt werden“, sagt Herbert Böhm, und darüber hinaus gebe es ja jetzt auch die Möglichkeit, sich im Laabental mittels E-Mobil direkt zum Verkaufsraum des Geschäftes bringen zu lassen.