Hinweis von aufmerksamem Lenker: Schlepperbande ausgeforscht

Erstellt am 03. Juni 2022 | 11:35
Lesezeit: 3 Min
Altlengbach/Bezirk Bruck - Hinweis von aufmerksamem Lenker: Schlepperbande ausgeforscht
Foto: LPD NÖ
Mehrere Männer stehen im Verdacht, 42 Schlepperfahrten zwischen der österreichisch-ungarischen Grenze und Wien zur Grenze nach Deutschland durchgeführt zu haben. Einer davon ist aus dem Bezirk Bruck, die Ermittlungen begannen nach einem Hinweis eines Autofahrers auf der A1 bei Altlengbach (Bezirk St. Pölten).
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Einem aufmerksamen Lenker ist es zu verdanken, dass einer Schlepperbande das Handwerk gelegt werden konnte. Im November hatte dieser Anzeige erstattet, dass er einen Lenker eines weißen Kastenwagens am Pannenstreifen der A 1 im Gemeindegebiet von Altlengbach bei der Absetzung mehrerer geschleppter Personen beobachtet hatte.

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Foto: LPD NÖ

Am Rastplatz in Kirchstetten konnte der Lenker, ein 47-jähriger in Wien lebender türkischer Staatsbürger, vorläufig festgenommen werden, geständig zeigte er sich zu den Vorwürfen allerdings nicht. Die 14 geschleppten Personen aus der Türkei und Syrien stellten einen Asylantrag.

Weitere Ermittlungen führten die Exekutive schließlich zum Auftraggeber des 47-Jährigen, einem 36-jährigem in Wien lebenden türkischer Staatsbürger sowie zu sieben weitere Mitbeschuldigten (25, 38, 48, 55, 57, 58 bis 60 Jahren), davon vier österreichischen und drei türkischen Staatsbürgern, sechs in Wien und einer aus dem Bezirk Bruck/Leitha, wie die Landespolizeidirektion in ihrer Aussendung berichtet.  

Mehrere Festnahmen und Anzeigen

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Foto: LPD NÖ

Kurz vor der Festnahme des 47-Jährigen wurde von den deutschen Behörden ein 44-Jähriger festgenommen, als dieser acht Personen schleppte. Auch hier soll der 36-Jährige, der im Jänner am Flughafen in Wien festgenommen werden konnte, als Auftraggeber fungiert haben.

Die Polizei nahm auch einen 48-jährigen türkischen Beschuldigten im Februar in Wien und einen 57-jährigen Beschuldigten aus dem Bezirk Bruck/Leitha im März in Schwechat fest. Die weiteren Beschuldigten wurden der Staatsanwaltschaft Wels angezeigt.

200 bis 500 Euro für eine Schlepperfahrt

Insgesamt sollen die Beschuldigten in verschiedensten Konstellationen von Juli bis November mindestens 42 Schlepperfahrten zwischen der österreichisch-ungarischen Grenze und Wien zur Grenze nach Deutschland durchgeführt haben. Zwischen 200 und 500 Euro sollen sie dafür bekommen haben.

Die geschleppten Personen sollen zwischen 4.000 und 11.000 Euro für ihre illegale "Reise" von der Türkei nach Westeuropa bezahlt haben. Zwischen 350 und 450 Euro pro geschleppter Person gingen an die Schlepperorganisationen. 

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