Daniel Kosak: „Jeden kann es erwischen“. Vizebürgermeister Daniel Kosak über die Tücken der Krankheit und seinen Ärger über Corona-Leugner.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 15. April 2021 (10:31)
Symbolbild
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Daniel Kosak ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Die ganze Familie hat sich nach und nach mit Corona angesteckt. „Ich war der Letzte, bei mir hat der Antigen-Selbsttest am Ostersonntag daheim angeschlagen“, berichtet der Altlengbacher Vizebürgermeister gegenüber der NÖN. Das Virus machte ihm schwer zu schaffen, fit fühlt er sich auch jetzt noch nicht. Frühestens am 18. April endet seine Quarantäne. Daniel Kosak will darauf hinweisen, dass Corona eine sehr reale Gefahr ist, die jeden erwischen kann, auch wenn das viele nicht glauben.

Regelmäßiges Testen am Samstag in der Teststraße der Gemeinde war für Familie Kosak Routine. „Dort wurde auch die erste Infektion in meiner Familie festgestellt.“ Die Familienmitglieder haben zwar alles versucht, um sich voneinander zu isolieren und einander nicht anzustecken, räumlich, mit Masken, mit Handschuhen, ohne direkten Kontakt, doch das ist in der gemeinsamen Wohnung nicht gelungen, nach und nach infizierten sich alle mit Covid-19. Das Tückische ist laut Daniel Kosak, dass die Krankheitsverläufe sehr unterschiedlich sind, auch innerhalb der Familie: „Mein Sohn hatte de facto keine Symptome, bei meiner Tochter und meiner Frau hat es stärker angeschlagen. Ich selbst war mehrere Tage völlig ausgeknockt, konnte teilweise nicht aufstehen. Fieberschübe, extreme Gliederschmerzen, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen. Das wünsche ich wirklich niemandem.“

„Ich habe drei Bitten: 1. Regelmäßig testen gehen, auch ohne Grund oder Symptome. 2. Für die Impfung anmelden, vor allem die Risikogruppen 3. Nie glauben, dass es einen selbst nicht erwischen kann.“ Daniel Kosak

Der Alltag sei mühsam, lasse sich aber gut organisieren. Freunde haben die Familie sehr unterstützt, waren einkaufen, das habe bestens funktioniert. Mittlerweile kann sich die Familie wieder selbst versorgen.

Auf die Frage, wie die Kooperation mit den Behörden funktioniert habe, antwortet Daniel Kosak: „Exzellent. Die Bescheide waren blitzartig da, mit sehr klaren Anweisungen, was nun zu tun ist. Die PCR-Tests haben klaglos funktioniert, das Ergebnis war am nächsten Tag da, Bundesheer und Rettungsorganisationen leisten in der Teststraße St. Pölten exzellente Arbeit. Die Mitarbeiter der BH sind extrem professionell und zugleich freundlich und mitfühlend. Man wird fürs Contact Tracing angerufen und gibt alles bekannt, was gebraucht wird.“

Wie hat sich seine Erkrankung auf seine Tätigkeit in der Gemeinde und als Pressesprecher im Landwirtschaftsministerium ausgewirkt? „In der Zusammenarbeit mit der Gemeinde gibt es keine Probleme, das wickeln wir derzeit einfach virtuell per Telefon oder mit Videokonferenzen ab, gleiches gilt für meinen Brotberuf. Aber alles mit Einschränkungen, weil ich bei Weitem noch nicht fit bin“, so Kosak.

Was den Altlengbacher ÖVP-Politiker ärgert, sind Corona-Leugner: „Ich habe nicht den Funken an Verständnis für Leugner oder Menschen, die die Gefahren dieses Virus relativieren oder verharmlosen. Wenn ich lese, was da teilweise in Facebook an haarsträubenden Dingen geschrieben wird, dann werde ich wütend. Dieses Virus hat tausende Menschen umgebracht und unzählige Schicksale beeinflusst und verändert. Mir ist schleierhaft, wie man das kleinreden kann.“

Daniel Kosak hat bei vielen anderen Menschen gesehen, was dieses Virus anrichten kann. „Wir haben seit Beginn der Pandemie in Altlengbach mehr als 160 bestätigte Infektionen gehabt, liegen derzeit konstant bei 15 bis 20 aktiven Fällen. Viele davon mit erheblichen Symptomen und Beschwerden. Das ist kein Spaß und das ist auch keine herkömmliche Grippe. Wir haben Glück, dass es bei uns in der Gemeinde bisher keinen Todesfall gab, in ein paar Fällen gab es schwerwiegende Krankenhausaufenthalte.“

Gemeinde bietet regelmäßig Tests

Die Gemeinde tue alles, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Das regelmäßige Testen - auch ohne Verdacht oder Anlass - ist dabei extrem wichtig, um Clusterbildungen zu vermeiden. Daniel Kosak ist klar, dass die Menschen müde und ausgelaugt sind und keine Lust mehr auf die ganzen Einschränkungen haben. „Die Einschränkungen bestehen aber nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil sie helfen, diese Pandemie in den Griff bekommen.“

Daniel Kosak betont, wie wichtig es sei, Maske zu tragen und Abstand zu halten, das könne man wirklich von jedem verlangen. Er hofft, dass so viele Menschen wie irgendwie möglich, die Impfung in Anspruch nehmen: „Auch hier gibt es im unmittelbaren Umfeld sehr viele Skeptiker.“