Fest endete vor Gericht. 61-Jähriger aus der Region hat vergangenes Jahr beim Altlengbacher Feuerwehrfest 23-Jährige zum Bleiben genötigt. Diese hat sich gewehrt. Nun stehen beide vor Gericht.

Von Sophie Hochsteger. Erstellt am 26. Juli 2020 (03:51)
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Nötigung und Körperverletzung – wegen diesen Anschuldigungen müssen sich ein 61-jähriger Mann aus der Region Wienerwald und eine 23-jährige Frau vor dem St. Pöltner Landesgericht zum zweiten Mal rechtfertigen.

Der arbeitslose Mann soll die Frau bei einem Feuerwehrfest im vergangenen Jahr gepackt und zum Bleiben genötigt haben, die Frau wiederum soll den Mann in den Bauch getreten haben. Neue Zeugenaussagen führen nun endlich zu einem Ende des Prozesses. Bereits in der ersten Verhandlung zeigt sich: Der 61-Jährige ändert seine Geschichte nicht nur ein Mal. Je nach Aussagen der Zeugen gesteht der Mann Taten oder ändert seine Äußerungen ab. Allerdings wird ihm eine Zeugenaussage jetzt zur Belastung. Das Kuriose daran: Beantragt wurde der Zeuge vom eigenen Verteidiger. Der Arbeitslose soll der 23-Jährigen und ihrer Freundin sehr nahe gekommen sein. Diese wollten, dass er wieder weggeht, jedoch näherte sich der Mann stattdessen. Daraufhin schubste eine der beiden Frauen den Mann nach hinten, um ihm klarzumachen, dass er gehen soll. Dennoch packte der bereits beschwipste Mann die 23-Jährige an ihren Händen, weshalb diese hintrat. „Eh klar, dass sie Angst hatte“, erklärte der Zeuge, der die Situation von der Bar aus beobachtet hat. Auch zwei weitere Zeugen wurden von dem Verteidiger des angeklagten Mannes vor Gericht geladen. Doch da diese den Vorgang kaum mitbekommen haben, konnten sie kein Beweismaterial liefern.

Aufgrund der Beweislage, die klar gegen den 61-Jährigen spricht, wird die angeklagte Frau freigesprochen. Dem Mann macht der Richter bereits zum zweiten Mal ein Diversionsangebot, somit hätte er sich einen Eintrag ins Strafregister erspart. Dennoch streitet der Angeklagte seine Schuld ab und lehnt das Diversionsangebot erneut ab. Der mittlerweile genervte Richter verurteilt den 61-Jährigen zu einer Geldstrafe von 600 Euro über 150 Tagessätze à 4 Euro wegen des Vergehens der Nötigung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.