Paukenschlag: SP wirft Luftensteiner raus. Der ehemalige Bürgermeister bleibt als unabhängiger Gemeinderat weiterhin in der Gemeindepolitik tätig.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 11. Februar 2020 (04:36)
NÖN

Knalleffekt innerhalb der SP Altlengbach: Der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Luftensteiner wurde aus der SP-Gemeinderats-Fraktion ausgeschlossen. Grund dafür: Luftensteiner wollte – bei der Wahl als Listenzweiter gereiht – nicht auf sein Mandat verzichten. Das teilt SP-Vorsitzende Anita Fisselberger mit: „Es ist kein Geheimnis, dass Ex-Bürgermeister Luftensteiner aus vielerlei persönlichen Gründen auf sein freies Mandat nicht zugunsten Jüngerer verzichten wollte.“

Die Diskussionen innerhalb der Partei hätten zu dem Schluss geführt, dass in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit Luftensteiner im Gemeinderatsklub verzichtet wird. Angetreten sei man als junges Team und dieses soll auch im Gemeinderat für die nächsten fünf Jahre präsent sein und starke und innovative Arbeit leisten. „Dazu bringen die neuen Mandatare viel Engagement und neue Ideen ein“, ist Fisselberger überzeugt.

Die SP-Mitglieder hätten sich dafür ausgesprochen das junge Team unabhängig von der „durchaus als belastet gesehenen Vergangenheit arbeiten zu lassen“. Bei der offenen Vorstandssitzung am vergangenen Freitag waren insgesamt elf Personen anwesend und acht davon stimmberechtigt. „Der Beschluss wurde mehrheitlich gefasst. Sechs waren für den Ausschluss, zwei stimmten dagegen“, teilt Fisselberger mit.

Luftensteiner ist „menschlich enttäuscht“

Erbost über die Vorgehensweise ist Wolfgang Luftensteiner. Der Ausschluss, der in einer eilig einberufenen Sitzung des örtlichen Parteivorstandes durchgepeitscht wurde, sei ein trauriges Beispiel von Respektlosigkeit und mangelnder Wertschätzung. „So geht man nicht mit einem langjährigen Mandatar und Parteivorsitzenden um, nur aus persönlichen Befindlichkeiten“, zeigt sich Luftensteiner vor allem menschlich enttäuscht und betont, dass er sich nichts zuschulden habe kommen lassen. „Im Gegenteil, ich habe immer wieder meine Hilfe angeboten, die aber von der neuen SP-Vorsitzenden abgelehnt wurde.“

Jetzt suche man nach dem Wahldebakel (die SP hat drei Mandate verloren, Anm.) offenbar nach einem Schuldigen, anstatt sich selbst infrage zu stellen. „Das scheint im Moment eine SP-Krankheit zu sein: Man verliert zweistellig, ist aber überzeugt, die Richtige zu sein und meint, die Richtung stimmt!“, zieht Luftensteiner Parallelen zur Bundes-Ebene.

Zum geforderten Mandatsverzicht meint der ehemalige Bürgermeister, dass er angeboten habe, zu einem späteren Zeitpunkt auf sein Mandat zu verzichten.

„Sogar von der Landespartei wurde empfohlen, in Ruhe nach einer gütlichen Lösung für alle Beteiligten zu suchen“, so Luftensteiner. Er will jetzt trotzdem in den Gemeinderat einziehen. „Ich werde mich als unabhängiger Gemeinderat weiter für die Belebung des Ortszentrums einbringen, das habe ich vor der Wahl versprochen und das werde ich auch nach der Wahl tun“, gibt sich Luftensteiner abschließend kämpferisch.

SP-Regionalgeschäftsführer Harald Ludwig meint, dass der Ausschluss von Luftensteiner nicht erfreulich sei. „Allerdings ist ein Neustart mit einem jungen Team jetzt – nach diesem Wahlergebnis – notwendig und Anita Fisselberger hat das in die Wege geleitet.“ Üblich sei so ein Ausschluss innerhalb der SP eher nicht. Bei der VP würde so etwas immer wieder vorkommen, „da braucht man nur nur nach Neulengbach schauen“, so Ludwig.