Tierbestatter Penka: „Man ist auch Seelentröster“

Der Altlengbacher Gerald Penka hat sich heuer mit „Ikarus“ selbstständig gemacht. Geliebte Vierbeiner werden nach ihrem Tod pietätvoll verabschiedet, eingeäschert und bestattet.

Erstellt am 02. Oktober 2021 | 05:52
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Gerald Penka sorgt mit seinem Unternehmen „Ikarus“ für den Abschied vom geliebten Tier.
Foto: privat

Eine ganz besondere Dienstleistung bietet Gerald Penka mit seinem neu gegründeten Unternehmen an. Er hat heuer mit seinem langjährigen Freund, Mentor und Partner, Richard Gunacker, die „Ikarus Tierbestattung KG“ in Unterthurm, Gemeinde Altlengbach, gegründet. „Ich kümmere mich um die Materie selbst und um den Vertrieb, mein Partner leitet die interne Administration“, erklärt Penka. Es gibt dann noch zwei Helferinnen, die die beiden Unternehmer ehrenamtlich unterstützen.

Diamant oder Armband als Erinnerungsstück

„Wir sind die zuverlässigen Partner, wenn es um einen würdevollen Abschied eines treuen Wegbegleiters auf vier Pfoten geht“, erklärt der junge Unternehmer. Aber nicht nur um verstorbene Lieblinge auf vier Pfoten sind die beiden Unternehmer bemüht, sie sehen sich auch als Ansprechpartner für die Bestattung von Pferden, Reptilien sowie Vögel.

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Abholung des toten Tieres von der Tierarztpraxis oder von zuhause, Einäscherung und Beisetzung in einem Urnengrab zählen genauso zu den Arbeiten von „Ikarus“ wie etwa die Herstellung von Erinnerungsdiamanten oder Kristallen aus Asche oder Fellhaaren des verstorbenen Tierlieblings. Aus über 300 Urnen kann ausgesucht werden, es gibt ein Zertifikat, und es gibt die Möglichkeit, Andenkenschmuck und Armbänder fertigen zu lassen. Auch Gipsabdrücke werden gemacht.

Wie kam Gerald Penka auf die Idee, sich als Tierbestatter selbstständig zu machen? „Nach meiner Ausbildung zum Bürokaufmann entschloss ich mich noch für ein Sozialpädagogisches Studium in St. Pölten. Während meiner drei Jahre Kollegzeit machte ich mir bereits Gedanken über eine selbstständige Tätigkeit“, erklärt Penka.

Idee, veraltetes Konzept neu aufzurollen

Im Zuge eines Gespräches mit einer Freundin kam er dann auf die Idee, ein Tierbestattungsunternehmen zu gründen und das veraltete Konzept neu aufzurollen. „Ich habe mir immer mehr Gedanken über die Thematik gemacht und bin so auf viele noch unbeantwortete Punkte gestoßen“, sagt der Unternehmer und nennt etwa die Glaubensfrage. „Wer sagt, dass ein Tier, und unter welchen Umständen, beerdigt wird? Also wird es im christlichen, buddhistischen oder muslimischen Sinne verabschiedet? Es ist also individuell zu behandeln und dies kann ich nur, wenn ich auch den Besitzer kennenlerne und mich auf diesen einlasse.“

Man treffe zu einem sehr sensiblen Zeitpunkt auf diese Personen, wo oft gerade Trauer und Verzweiflung herrschen, man arbeite also mit Menschen zusammen, sagt Penka, „man bespricht sensible Bereiche und man ist auch so etwas wie ein Seelentröster in diesem Moment.“ Der Start des Unternehmens erfolgte durch intensive Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsschaffung. Penka hat viel mit Verwandten, Freunden und Bekannten gesprochen und es wurde bald klar, dass eine derartige Institution fehle, die sich diesem Thema annimmt.

Im April wurden alle bürokratischen Angelegenheiten erledigt. „Zurzeit sind wir noch in einer Phase, in der wir unsere Philosophien gemeinsam mit Tierärzten aus der näheren Umgebung abstimmen“, so Penka. Bis Jahresende sollte das Konzept beisammen sein. Bis jetzt wurden etwa 15 verstorbene Haustiere durch Ikarus „über die Regenbogenbrücke begleitet“.