Traum und Albtraum: Nach Titelgewinn folgt abschiebung. Mittelschüler Asibollah Azimi zeigte sein Fußballtalent, nun droht seiner Familie die Abschiebung. Ortschef hofft auf Bleiberecht.

Von Ernst Klement. Erstellt am 20. April 2019 (04:24)
Klement
Asi (2. v. r.) führte die Mittelschule Laabental zum Bezirksmeistertitel. Im Bild mit Kapitän Alexander Binder und den Cheerleaders Carina Blumauer und Luise Katzensteiner bei der Siegerehrung.

Die vergangenen Tage sind für Asibollah Azimi wie im Traum verlaufen. Am Montag führte der Schüler der Mittelschule Laabental bei den Bezirksmeisterschaften im Raiffeisen Junior Cup in Neulengbach seine Schule mit einer Traumleistung zum Sieg.

In einem packenden Spiel im Wienerwaldstadion besiegte er fast im Alleingang die Mittelschule Neulengbach mit 8:4: Asi war mit fünf Toren der überragende Akteur. Dabei kam auch Neulengbachs Betreuer Kurt Teigl ins Schwärmen: „So ein großes Talent in diesem Alter habe ich noch nie erlebt. Ich habe ihn schon ganz dick in meinem Notizbuch eingetragen.“ Teigls Sohn spielt in der deutschen Bundesliga bei Augsburg und hat beste Kontakte im Fußball. Die Erfolgsstory für die Mittelschule Laabental ging gleich beim ersten Spiel in der Landesmeisterschaft weiter: 3:0-Sieg in der Landessportschule gegen die Theodor-Körner-Sportmittelschule St. Pölten. Abermals hatte Asi mit zwei Toren wesentlichen Anteil am überraschenden Sieg.

Doch dann begann der Albtraum für ihn: Seine Familie bekam einen negativen Asylbescheid. Nun zittert Asi mit seiner Familie, mit der er bereits seit drei Jahren in Altlengbach lebt, dass er in Österreich bleiben und weiterhin für die Mittelschule Laabental in der Landesmeisterschaft die Tore erzielen kann.

Unterstützung von der Gemeinde

Bürgermeister Michael Göschelbauer will alles versuchen, dass Asi mit seiner Familie in Altlengbach bleibt: „Wir sind bereits informiert und wissen, dass dieses Verfahren läuft. Wir müssen jetzt einmal die nächsten Schritte des Verfahrens abwarten. Wir werden die Familie bestmöglich unterstützen, denn wir wollen, dass diese Familie mit ihren Kindern in Altlengbach bleibt. Sie sind bestens integriert, die Kinder besuchen die Mittelschule und die Volksschule und sprechen bereits sehr gut deutsch.“