"Das ist ein echtes Juwel". Leben in altem Gemäuer / Die Altmühle in Unterthurm wurde schön renoviert. Im Museum wird das Funktionieren einer Mühle anschaulich dargestellt.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 08. September 2014 (10:17)
Das historische Bauwerk wurde in den 1970er Jahren vor dem Verfall gerettet und beherbergt jetzt neben Wohnungen auch ein kleines Museum. Die Besitzer Anna und Wolfgang Häusler halten die Mühle in Schuss.
NOEN, privat

ALTLENGBACH / „Mich fasziniert, dass dieses alte Gebäude so wunderbar erhalten ist“, schwärmt Anton Breitner. Er ist schon als Kind in der Altmühle in Unterthurm aus und ein gegangen, hat so wie andere auch Milch und Mehl von dort geholt. Und er geht noch heute dort ein und aus – als „Museumsführer“.

Anton Breitner kann sich noch gut an die weniger guten Tage des historischen Gebäudes erinnern: „Die Mühle war schon sehr verfallen, das war schlimm.“ Aber durch den Einsatz von Anna Mistelbauer konnte die Mühle gerettet werden: In den 1970er-Jahren wurde mit den Renovierungsarbeiten begonnen. Auch den jetzigen Besitzern, Anna und Wolfgang Häusler, ist der Erhalt des Baudenkmals mit dem schönen Garten und der Kapelle ein großes Anliegen. Sie haben Wohnungen in dem Haus eingerichtet, in einer leben sie teilweise selbst, die anderen drei sind vermietet.

Das Haus beherbergt neben den Wohnungen auch das Mühlenmuseum. Seit mittlerweile acht Jahren bietet Anton Breitner Führungen an. Nicht nur das Funktionieren einer Mühle kann man sich im Museum anschauen, auch altes Handwerkzeug aus der Landwirtschaft wie riesige Rechen, alte Eggen, Sicheln und Dengelstock sind zu sehen. Auch Gebrauchsgegenstände, alte Kinderwagen und Dinge aus dem Schulalltag sind am Dachboden des Gebäudes zusammengetragen. „Schulklassen aus Neulengbach kommen immer wieder gern her“, berichtet Anton Breitner stolz. Auch andere Interessenten führt er gern durch die Räume.


Die Altmühle

Nachbar Anton Breitner kennt die Mühle seit der Kindheit und bietet jetzt Führungen an.Hinterndorfer

Die Besitzer Anna und Wolfgang Häusler halten die Mühle in Schuss.

Zahlreiche Mühlen gab es früher im Laabental entlang des Mühlbachs. Eine davon ist die Altmühle in Unterthurm. Sie ist aus dem Erlhof, einem im 14. und 15. Jahrhundert genannten Edelsitz der Sebecken zu Turn hervorgegangen. Der Kernbau stammt aus dem Spätmittelalter. Nach den Zerstörungen des osmanischen Einfalls von 1683, denen auch die Burg zum Opfer fiel, wurde die Mühle wieder aufgebaut. 1812 wurde der Mühlentrakt erneuert. Im Jahr 1896 übernahmen Andreas und Josefa Mistelbauer die Mühle. Anna Miselbauer begann in den 1970er Jahren mit der Renovierung des vom Verfall bedrohten Gebäudes.