Kartons im Pfarrstadel: „Das Lager ist zum Problem geworden“

Erstellt am 17. Juni 2022 | 04:53
Lesezeit: 3 Min
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Das fertige Regal im Pfarrstadl, das weg musste, weil es die Atmosphäre des Stadels störte.
Foto: Foto privat
Maria Anzbachs Diakon Peter Zidar sammelt monatlich für die Caritas im rumänischen Oradea. Die Kartonsammlung im Pfarrstadel wurde nicht gern gesehen.
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„Ich habe in meinem Leben schon vieles erlebt, aber derartiges hatte ich noch nie“, sprudelt es nur so aus Peter Zidar heraus. Es habe seit einigen Jahren einige Konflikte zwischen Pfarre und „seiner“ Pfarrcaritas gegeben, weil Kartons und Warenspenden bei Festen und Theateraufführungen im Pfarrstadel im Weg waren, sagt der Diakon, „jetzt wurden die von uns im Stadel aufgestellten Regale abgebaut und in den ehemaligen Stall gebracht.“

Nur Teile des Regals seien jetzt nutzbar und die schweren Schachteln könnten nicht mit der Transportrodel transportiert werden, schildert er. Peter Zidar ist seit gut 20 Jahren Diakon in der Pfarre Maria Anzbach, er und seine Gattin betreuen seit vielen Jahren ehrenamtlich die Pfarrcaritas, die pfarrliche Sparte der Diözesan-Caritas, welche sich vor allem um Nöte in der Pfarre bemüht und um die jährliche Haussammlung.

Unermüdlich beliefern die Zidars seit vielen Jahren die Caritas im rumänischen Oradea mit den Spenden, Peter Zidar war selbst bereits viele Male vor Ort und bringt vor allem Medikamentenspenden mit seinem privaten Pkw nach Oradea.

„Es ist kein Kompromiss zu finden“

Pfarrer Wilhelm Schuh erklärt dazu auf Anfrage der NÖN: „Vor 20 Jahren haben viele Menschen aus der Pfarre den Stadel adaptiert, damit er für Pfarrfeste, Jungscharveranstaltungen und Theateraufführungen genützt werden konnte.“

Im Rahmen der Pfarrcaritas seien auch vor zwei Jahrzehnten bereits Kleidersammlungen für Rumänien durchgeführt worden, so der Pfarrer, „aber nur zwei Mal im Jahr, jetzt finden diese monatlich statt.“ Das sei zum Problem geworden, weil die Lagerkapazität für die vielen Waren fehlten.

Viele fänden die Kartons im Pfarrstadel als störend, sie wollten den Raum mit seinem Flair und seiner schönen Atmosphäre, so Pfarrer Schuh, „daher sind die Leute auf mich zugekommen und haben den Wunsch geäußert, das zu ändern.“

Die Lösung fand man im ehemaligen Stall. „Ich habe einen Maurer beauftragt, im Sommer den Boden zu betonieren und die Wände zu verputzen“, sagt Schuh.

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Der „neue“ Raum, für den Pfarrer Wilhelm Schuh die Adaptierung im Sommer in Aussicht gestellt hat.
Foto: privat

Der Raum sei trocken und gut als Lagerraum geeignet, zudem befinde er sich gut erreichbar im Hof. „Aber leider akzeptiert Herr Zidar diese Lösung nicht, es ist kein Kompromiss zu erreichen.“

Die Zidars werden fortan die Kleider-, und Medikamentenspenden zuhause in der Wienerwaldgasse 424 (ab September Nr. 20) sammeln. Kleine Mengen können jederzeit in den Windfang gestellt werden, bei größeren Anlieferungen ist Anmeldung erbeten unter: 0664/73015126, 664/73015127.

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