Pause auf den Baustellen der Region. Ob Bahnhof, Schule oder Straßen: Überall in der Region Wienerwald heißt es „bitte warten“.

Von Renate Hinterndorfer und Birgit Kindler. Erstellt am 24. März 2020 (04:30)
In Neulengbach wurden die Arbeiten für den Umbau der Bahnstation in der Vorwoche eingestellt.
Hell

Nach und nach werden aufgrund der Corona-Krise auch die Baustellen eingestellt. So sind etwa die Maßnahmen bei den beiden großen Bahnprojekten in Neulengbach-Stadt und Kirchstetten unterbrochen.

Der Kirchstettener Bürgermeister Josef Friedl berichtet: „Die Arbeiten für den Bahnhofsumbau wurden in der vergangenen Woche schon reduziert. Für die nächsten 14 Tage ist die Baustelle komplett geschlossen, nur die Bauaufsicht ist da.“ Einerseits ist es auch bei Bauarbeiten schwierig, den notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten, andererseits hapert es auch schon an Materiallieferungen.

„Sicherheit und Gesundheit haben Vorrang.“ Franz Wohlmuth, Neulengbacher Bürgermeister

Auch in der Stadtgemeinde Neulengbach ist der Bauboom gestoppt. Bürgermeister Franz Wohlmuth fasst zusammen: „Die Bahn-Baustelle ist eingestellt, auch die Kanalbaustellen und die Brückensanierungen sind eingestellt.“ Sicherheit und Gesundheit hätten Vorrang, betont er. Die Unterführung in Neulengbach bleibt gesperrt, weil keine Verkehrsverhandlung abgehalten werden kann. „Uns sind da die Hände gebunden“, sagt Wohlmuth.

Bei der Kanal- und Wasserleitungsbaustelle in Matzelsdorf wurde kurz vor Beginn der Coronakrise noch mit den Arbeiten begonnen, Umleitungsstrecken und Baustelle wurden eingerichtet. „Begonnen wurde noch mit Fräs- und Grabungsarbeiten durch die Firma Strabag, die Arbeiten wurden bis auf weiters eingestellt“, berichtet Infrastrukturstadtrat Jürgen Rummel. Die Ortsdurchfahrt Matzelsdorf ist befahrbar.

Insgesamt sei die Stadtgemeinde Neulengbach bemüht, die Arbeiten nach der Krise wieder rasch fortzusetzen: „Das betrifft Matzelsdorf genauso wie Kirschnerwald/Matzettistraße und alle weiteren geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Gemeindegebiet. Derzeit geht die Gesundheit aber bevor.“

In Altlengbach wird befürchtet, dass der Zubau der Volksschule nicht rechtzeitig fertig wird, an einer Lösung wird gearbeitet.
privat

In Altlengbach stehen zwei kommunale Großbaustellen aufgrund des neuen Virus. „Zu viele der beteiligten Firmen haben die Arbeit eingestellt“, berichtet Vizebürgermeister Daniel Kosak: „Anfang der Woche wurde noch gearbeitet, nun ist das nicht mehr möglich, mit Ende der Woche wurden alle Arbeiten eingestellt. Das betrifft sowohl die Baustelle für die Erweiterung der Volksschule, als auch den Zubau zur Krabbelstube.“

Die Gemeindeverantwortlichen hoffen natürlich, dass die Verzögerungen noch aufholbar sind. Laut Kosak überlegt man sich aber vor allem bei der Schule auch schon Zwischenlösungen, wenn die Erweiterung bis September nicht fertig wird. Auch für den Altlengbacher Vizebürgermeister ist klar: „Die Gesundheit steht an oberster Stelle, das gilt auch für unsere Unternehmen und deren Mitarbeiter.“ Man sei mit den Firmen in engem Kontakt, die Arbeiten können nach Überwindung der Krise jederzeit wieder aufgenommen werden.