Neubau für Schule kostet 7,5 Millionen. Erste Aufträge für den Neubau wurden vergeben. Gesamtprojekt wurde erstmals geschätzt.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 17. Mai 2019 (04:27)
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Er glaubt, dass der Bedarf für einen Schulneubau nicht gegeben ist: VP-Altbürgermeister Josef Ecker.

Voraussichtlich 7,5 Millionen Euro wird der geplante Schulneubau also kosten. Diese Zahl wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung erstmals bekannt gegeben. Während das Gebäude wie berichtet auf zirka 5,15 Millionen Euro kommt belaufen sich die Gesamtkosten samt Planung und Einrichtung auf insgesamt 7,5 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Einstimmig vergeben wurde die bauliche Planung an das Architekturbüro Caspar und Wichert um 253.000 Euro. Wie berichtet konnte mit der Architektin, deren Konzept Mitte September 2018 zum Siegerprojekt gekürt wurde, eine Einigung erzielt werden. Ebenfalls vergeben wurden die Projektsteuerung um 88.335 Euro, die Bauphysik um 72.000 Euro, die statischen Planungen um 60.000 Euro, die Gebäudetechnik um 55.000 Euro, die örtliche Bauaufsicht um 95.000 Euro sowie die Einreichplanung um 52.000 Euro.

„Die Pro-Kopf-Verschuldung ist auch deutlich weniger als damals.“ Robert Karner Liste Kisser

Johann Hödl von Baumanagement Hödl, der die Projektsteuerung übernimmt, betonte in der Sitzung: „Unser Ziel ist es, dass wir bis zum Herbst den Einreichplan haben. Derzeit sind wir nicht weiter als nach dem Architektur-Wettbewerb.“

Jetzt wird überlegt, was aus dem vorliegenden Konzept umsetzbar ist und was nicht, erklärte VP-Bürgermeisterin Katharina Wolk. Robert Karner, Gemeinderat der Liste Kisser, bedankte sich bei Hödl, dass er das Schulprojekt betreut, und betonte: „Damit haben wir in der Gemeinde eine gewisse Sicherheit.“

Er hob die gute Zusammenarbeit in der Gemeinde und die „gläserne Gemeindepolitik“ hervor. Außerdem gab er zu den Schulden zu bedenken: „Wenn ich an die vorhergehenden Perioden denke, dann haben wir schon höhere Ausgaben gehabt als zur neuen Schule. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist auch deutlich weniger als damals.“

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Bis zum Herbst soll der Einreichplan fertig sein, hofft VP-Bürgermeisterin Katharina Wolk.

Nicht nachvollziehbar war diese Wortmeldung für VP-Altbürgermeister Josef Ecker, der wie berichtet dem Schulbau kritisch gegenübersteht. Er war bei der Sitzung anwesend und zeigte sich verärgert: „Die Schulden kamen zu 90 Prozent vom Siedlungswasserbau und wurden mit den Gebühren wieder gedeckt. Die Aussage von Karner ist unqualifiziert, und wenn er die Sachlage weiß, dann ist sie unfair.“

Ecker bereiten die Kosten zum Schulneubau sowie die Erhaltung des Gebäudes Kopfzerbrechen und er glaubt, dass der Bedarf für einen Neubau nicht gegeben ist. Grundlage für Eckers Überlegungen sind die Geburtenzahlen.

Anders sieht das VP-Bürgermeisterin Katharina Wolk: „Die neue Schule ist nicht überdimensioniert. 2021 werden wir sieben Klassen brauchen.“ Einmal mehr hob sie hervor, dass eine zeitgemäße Schule notwendig sei. Das alte Gebäude ist über 130 Jahre alt. „Wir achten beim Neubau auf die Kosten und gehen sorgsam mit den finanziellen Mitteln um. Uns hat man gesagt, dass wir mit 2.200 Euro pro Quadratmeter rechnen müssen, da liegen wir weit drunter.“

Was der Altbürgermeister zu bedenken gab: „Wenn man die Dachrinne ausgeräumt hätte, dann wäre die Schule innen nicht nass.“

Problem sei, dass das Gebäude in die Erde gebaut wurde, entgegnete die Bürgermeisterin. „Außerdem ist Schule von der Straßenseite bis hinten zum Turnsaal nass, ich glaube nicht, dass das nur von einer nicht ausgeräumten Dachrinne kommt.“