Asylquartier: FP will Aufnahmestopp. Zwischenlösung / Überbelegung im Asylquartier Hellmuth sorgt für Unmut. SP, VP und Grüne sehen jedoch keine Probleme.

Von Ernst Klement. Erstellt am 08. September 2014 (10:30)
Asyl Aufenthaltsgenehmigung Ausländer
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INNERMANZING /  Zu einem Schlagabtausch zwischen FPÖ und Bürgermeister Ernst Hochgerner in der Asylfrage kam es in der Gemeinderatssitzung: FPÖ-Gemeinderat Fritz Brauner forderte einen Aufnahmestopp im Asylquartier Hellmuth: „Das Boot ist voll. Warum sind im Asylquartier 47 Asylwerber untergebracht, obwohl es eigentlich nur 27 sein dürften? Der Gemeinderat wurde nicht informiert!“

Bürgermeister Ernst Hochgerner rechtfertigte sich: „Wie viele Asylwerber in der Gemeinde aufgenommen werden, kann der Bürgermeister entscheiden. Das Innenministerium hat mich informiert, dass durch die vielen aktuellen Krisenherde in der Welt der Flüchtlingsstrom steigt und derzeit Asylquartiere gebraucht werden. Ich fordere ein Mindestmaß an Menschlichkeit vom Gemeinderat ein, weil es auch eine humanitäre Verpflichtung ist zu helfen.“ In den Krisengebieten wie der Ostukraine, Syrien, Nordirak, Palästina laufen die Menschen um ihr Leben. „Ich möchte auch nicht dort leben“, so der Ortschef. Auch die anderen Gemeindefraktionen schließen sich Hochgerner an. SPÖ-Obfrau Traude Mühlbauer dazu: „Ich sehe auch derzeit keine Probleme. Wenn man die Asylwerber auf der Straße begegnet, grüßen sie freundlich“.

Grünen-Chef Stefan Buger betont, dass man nicht unnötig Öl ins Feuer gießen solle, sondern unpopulistisch und sensibel mit diesem Thema umgehen sollte. Buger freut sich, dass es in Innermanzing eine Gruppe von Leuten gibt, die sich für die Asylwerber engagieren und sie begleiten: „ Das Café International versucht Barrieren und Vorurteile abzubauen“.

Überbelegung auf zwei Monate beschränkt

Auch Bürgermeister Ernst Hochgerner betont: „Wichtig ist, dass das Haus gut geführt wird. Ich danke Chefin Sabine Nitzbon und auch Deutschlehrerin Helga Buttinger für ihre hervorragende Arbeit im Asylquartier. Oft sind Wissensdefizite schuld an diesen Unmut über Asylwerber. Man soll sich die Lebensgeschichte einmal anhören. Das ist alles andere als lustig.“ Natürlich gebe es wie überall im Leben schwarze Schafe, die dieses Asylwesen in Österreich ausnützen.

Weiters betonte der Ortschef, dass die Überfüllung des Heimes auf etwa zwei Monate beschränkt ist. „Natürlich wäre es besser, wenn auch Altlengbach 60 und Neulengbach 120 Asylwerber aufnehmen würde und dadurch Innermanzing entlastet wird. Aber das ist eben nicht der Fall.“

FPÖ-Chef Fritz Brauner bemängelte weiters, dass nur Männer im Asylquartier untergebracht seien. Bürgermeister Ernst Hochgerner sind dabei aber nur Vorteile „weil Konfliktpotenzial wegfällt.“

Abschließend dankte der Ortschef dem Gemeinderat: „Nach dieser Diskussion sehe ich, dass der Gemeinderat hinter meiner Entscheidung zur Aufnahme der Asylwerber steht.“ Auch wischte der Ortschef die Vermutung von Fritz Brauner weg, dass auch noch der Speisesaal des Flüchtlingsquartiers für Asylwerber ausgebaut werden solle „Das ist das Horrorszenario der FPÖ. Das wird nicht passieren.“