„Der Frust ist groß“. Bürgerinitiative ist enttäuscht, kämpft aber ungebremst weiter.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. April 2019 (05:23)
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Symbolbild

Die Bürgerinitiative „Aktionskomitee unsere Westbahn, unsere Busse, Initiative Maria Anzbach“ kämpft weiter für den Erhalt der Bahnstationen Hofstatt und Unter- Oberndorf. Sie will weiterhin den Kontakt mit allen politischen Lagern suchen und einen Umdenkprozess bewirken.

Dass die zwei Bahnstationen zugesperrt werden, wurde wie berichtet im März bei einer Informationsveranstaltung erstmals klar gesagt. Bei der Bürgerinitiative ist der Frust groß. „Viele Bürger haben sich erwartet, dass die Gemeinde hier klar Stellung für einen Erhalt der Bahnhaltestellen und einen attraktiven Fahrplan bezieht“, sagt Sprecher Harald Mayer. Bürgermeisterin Karin Winter hat mehrfach erklärt, dass sie Verständnis für die Verärgerung der Bahnfahrer hat. Sie weist aber darauf hin, dass die Gemeinde keine Mitsprache hat. Ende des Vorjahres hat sie sogar einen Brief an die Haushalte Haushalte geschickt, in dem sie darauf verweist, dass die Entscheidung über Schließungen ausschließlich von ÖBB und Land getroffen wird.

„Viele Bürger haben sich erwartet, dass die Gemeinde hier klar Stellung für einen Erhalt der Bahnhaltestellen bezieht.“

Harald Mayer

Harald Mayer meint, dass die Lösung ganz einfach sei: „Das Land NÖ bestellt den entsprechenden Zug samt Zughalt und die Angelegenheit ist sehr einfach erledigt.“ Es sei schwer zu verstehen, dass entlang einer leistungsfähigen Bahnstrecke Infrastruktur vernichtet wird, während gleichzeitig ein parallel führender Busverkehr aufgezogen werden soll: „Dieser Busverkehr wäre keineswegs billiger als die S50 halbstündlich nach Neulengbach zu führen. Im veröffentlichten Verkehrsdienstkonzept ist geplant, dass die S50 halbstündlich bis Eichgraben fährt und anschließend in der Betriebsausweiche Hutten wendet. Der Zug hätte dort einen Aufenthalt von über einer halben Stunde! In dieser Zeit könnte er leicht bis Neulenbach Bahnhof und retour fahren.“

Die Haltestellen Hofstatt und Unter-Oberndorf sind derzeit wenig frequentiert. In wenigen Jahren werde man froh sein und diese Haltestellen als attraktives Angebot für Bahnnutzer, das auch fußläufig erreichbar ist, zu schätzen wissen. Mayer: „Dies ist nicht nur dem einfachen Zugang zum öffentlichen Verkehr geschuldet, sondern hat in manchen Konstellationen durchaus auch finanzielle Auswirkungen: Im Jahr summieren sich die Mehrkosten um beispielsweise von Wien Westbahnhof nach Neulengbach Stadt anstelle von Hofstatt Haltestelle zu fahren auf über 145 Euro. Bei der Einzelfahrt sind es immerhin noch 1,20 Euro.“

Auch die geringfügig längere Fahrzeit der S50 im Vergleich zum REX relativiere sich, weil man sich die Inbetriebnahme des Autos und die Fahrt zum nächsten Bahnhof spare.

Die Bürgerinitiative ist der festen Überzeugung, dass es das sinnvollere Konzept ist, den Zugang zu leistungsfähigen Bahnverbindungen zu erhalten anstatt den nächsten Zufahrtsstau mit PKW oder Bus zum nächsten REX-Bahnhof zu verstärken. „Eichgraben kann sicher ein Lied davon singen und über kurz oder lang wird auch Neulengbach davon betroffen sein. Maria Anzbach spürt bereits jetzt die Auswirkungen, weil die Parkplätze am Bahnhof Mangelware sind. Bahnpendler müssen nicht nur in die Wiese ausweichen, sondern stehen fallweise auch in der Mozartgasse, weil die Kapazität erschöpft ist“, weiß Harald Mayer.

Die Bürgerinitiative spricht sich dafür aus, die für nächstes Jahr geplante Verlängerung der S50 im Halbstundentakt bereits bis Neulengbach zu ziehen und sich die weitere Entwicklung anzusehen.