Eine Riesenhalle entsteht in Neulengbach. Die neue Anlage der Firma Karner wächst. Gebaut wird zu 95 Prozent mit Fertigteilen. „Das ist wie ein großes Lego-Spiel“, sagt Chef Robert Karner.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 10. September 2020 (03:40)

Im Juni war Spatenstich, im Juli erfolgten die letzten Planungs- und die ersten Erdarbeiten, im August wurde mit dem Bau begonnen: Die neue Halle der Düngermittelfirma Karner in der Umseer Straße nimmt Formen an.

Es ist wohl die größte Betriebshalle, die bisher in Neulengbach errichtet wurde. Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern entsteht das fast 10.000 Quadratmeter große Hauptquartier der Firma Karner. Etwa 190 Pfähle wurden in die Erde geschlagen, um die erforderliche Statik zu gewährleisten. Bis zu 15 Tonnen schwer sind die Säulen, die die riesigen Betonwände verbinden.

„Das ist wie ein großes Lego-Spiel. Zu 95 Prozent bauen wir mit Fertigelementen, nur ein kleiner Teil wird vor Ort geschalt“, berichtet AKRA-Firmenchef Robert Karner bei einem Baustellenrundgang. Der Zeitplan wird eingehalten, auch wenn das Wetter bisher nicht immer mitgespielt hat. Probleme mit Anrainern gibt es laut Robert Karner nicht.

„Das ist wie ein großes Lego-Spiel. Zu 95 Prozent bauen wir mit Fertigelementen, nur ein kleiner Teil wird vor Ort geschalt“

In der neuen Halle sind die Produktion von Flüssigdüngern sowie Forschungsbereich, Fermentierung, Lager und Büro untergebracht. Das benachbarte Werk, in dem Granulate produziert werden, wird wie bisher weitergeführt. Ende September soll das Dach auf dem Neubau sein. „Wir wollen die erste Halle schon bald für die Lagerung nutzen, weil wir in Großgraben aus allen Nähten platzen“, erläutert Robert Karner. Die Auslieferung im Frühjahr soll schon zum Großteil von Neulengbach aus erfolgen.

Gebaut wird mit heimischen Betrieben: Die Fertigteile liefert die Firma Oberndorfer aus Herzogenburg, die Elektroarbeiten übernimmt die Firma Hochrieder aus Sieghartskirchen, die Holzarbeiten die Kremser Firma Hödl. Das Dach errichtet die Firma Simperl aus Michelhausen, die Bauaufsicht hat die Neukom über. Die Firma Leyrer und Graf ist Generalunternehmer.

Auf die Frage, wie stressig so eine Baustelle ist, antwortet Robert Karner: „Der wirkliche Stress war vor Baubeginn. Wenn etwas gut und bis ins Detail geplant ist, dann geht es nur mehr um die Ausführung.“

Momentan beschäftigt die Firma Karner an den beiden Standorten in Großgraben und Neulengbach 22 Mitarbeiter, fünf bis sechs Leute werden bei der Inbetriebnahme des neuen Werks dazukommen. Wie sich die Zahl der Arbeitsplätze dann weiter entwickelt, hängt von der Nachfrage ab. Und die sei durchaus gut, ist der Unternehmer zufrieden.

Nachfrage ist ungebrochen

Die Produkte zur Bodenverbesserung aus dem Hause Karner kommen vor allem in der Landwirtschaft zum Einsatz. Erst kürzlich gab es ein Gespräch mit der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Niedersachsen hat eine doppelt so große Agrarfläche wie Österreich. Dort ist das Interesse groß, und dort bekommen wir auch politische Unterstützung. Es laufen mehrjährige Versuche, die sehr positiv sind.“

Aber auch in anderen Bereichen sind Düngemittel aus der Region Wienerwald im Einsatz: Der Rollrasen für die Allianz Arena in München und andere große Stadien werden ebenfalls mit AKRA-Erzeugnissen behandelt.