Verfolgungsjagd über 100 Kilometer: Anzeigenflut!. Mann (19) raste unter Drogen der Polizei davon, in St. Pölten war Endstation.

Von Beate Riedl. Erstellt am 17. August 2020 (11:19)
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Der Mann aus dem Bezirk St. Pölten beschädigte während der Verfolgungsjagd auch Fahrzeuge der Polizei. Auf ihn wartet eine Flut an Anzeigen.
LPD NÖ

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von rund 200 Stundenkilometern und lebensgefährlichen Aktionen lieferte sich in der Nacht auf Sonntag ein junger Mann aus dem Bezirk St. Pölten mit der Polizei eine Verfolgungsjagd durch die Region Wienerwald und St. Pölten.

Aufgefallen ist der Lenker, der mit einem Freund unterwegs war, den Beamten der Autobahnpolizei Altlengbach, weil er mit stark überhöhter Geschwindigkeit auf der A 1 unterwegs war. Bei der Abfahrt Altlengbach sollte er schließlich angehalten werden, doch dann gab er Fersengeld und fuhr der Exekutive auf der A 1 davon. Beim Parkplatz Großram startete die Polizei erneut einen Anhalteversuch, allerdings wieder ohne Erfolg.

Der Lenker stieg wieder aufs Gas, fuhr bei der Abfahrt Pressbaum ab, raste durch Rekawinkel, Eichgraben, Johannesberg, Paisling weiter auf die B 19 durch Neulengbach und nach St. Christophen zur Autobahnauffahrt, wo er Richtung St. Pölten die Flucht ergriff. Straßensperren und Anhalteversuche ignorierte er. Nicht einmal Kollisionen mit Polizeiautos konnte ihn zum Anhalten zwingen.

Auch Geschwindigkeitsbeschränkungen interessierten den jungen Lenker herzlich wenig.

Von der Westautobahn fuhr er in St. Pölten schließlich auf die S 33 und verließ in St. Pölten-Ost die Schnellstraße. Mit über 100 Stundenkilometern raste er von der Purkersdorfer Straße über den Neugebäudeplatz in Richtung Innenstadt. Dann ging es Richtung Traisenpark zu einer Tankstelle, wo die rund 100 Kilometer lange Verfolgungsfahrt schließlich ihr Ende nahm und die beiden festgenommen wurden. Dabei stellte sich heraus, dass der junge Lenker unter Drogen stand.

Auto nicht zugelassen, kein Führerschein

Doch dem nicht genug: Das Auto, mit dem er unterwegs war, war nicht zum Verkehr zugelassen. Und die Kennzeichen, die am Fahrzeug montiert waren, gehörten zu dem Auto des Freundes. Führerschein hatte der Kirchstettener auch keinen.

Als die Beamten den Wagen durchsuchten, entdeckten sie auch noch Waffen, die sogleich beschlagnahmt wurden. Ein vorläufiges Waffenverbot wurde ausgesprochen.

Auf die beiden Männer wartet eine Flut von Anzeigen.