Region Neulengbach: Durch Lockdown stieg Cybercrime. Kriminalität verlagert sich immer mehr ins Internet, Corona trug einen Teil dazu bei. Unfälle und Verbrechen gingen zurück.

Von Beate Riedl. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:37)
Neulengbachs Inspektionskommandant Helmut Summer (sitzend) zog über das Jahr 2020 Bilanz, im Bild mit seinen Kollegen Helga Pasteiner, Christian Strohmeier und Manuel Praprotnig.
Beate Riedl

Sie sind auf der Suche nach der wahren Liebe, oder nach dem großen Geld – und hoffen, im Internet fündig zu werden. Doch Betrüger nützen die Einsamkeit oder die Hoffnung auf das große Geld so mancher Menschen aus, um sich selbst zu bereichern und ziehen den (vorerst) ahnungslosen Opfern ihr Erspartes aus der Tasche. Wenige hundert Euro bis hin zu mehreren zehntausend Euro hat das schon so manchen gekostet. Auch in der Region Neulengbach gab es im Vorjahr einige Fälle von „Love Scam“ und Anlagen-Betrug. „Die Kriminalität verlagert sich immer mehr ins Internet“, wissen der Neulengbacher Inspektionskommandant Helmut Summer und seine Stellvertreterin Helga Pasteiner bei einem Blick in die Statistik 2020. Sie mahnen zur besonderen Vorsicht.

Beim sogenannten „Love Scam“ versprechen Betrüger die große Liebe. Sie nehmen auf „Social Media“-Portalen Kontakt mit ihren potenziellen Opfern auf. Wenn es dann um die gemeinsame Zukunft und ein Treffen geht, kommt es in weiterere Folge zu Geldforderungen, die meist so zu bezahlen seien, dass Nachverfolgungen schwierig seien, etwa mit Bitcoins oder auf ausländische Konten.

Bei Geldforderungen Polizei einschalten

Hochprofessionell arbeiten auch Anlagenbetrüger, die auf Homepages mit utopischen Wachstumstaten und „Top Broker“ werben. Wenn man sein Geld dann wieder zurückhaben möchte, hat man aber Pech gehabt und wird immer mehr unter Druck gesetzt, noch mehr zu zahlen.

Wer sich nicht sicher ist, ob die Unternehmen seriös sind, kann auf der Website der Finanzmarktaufsicht nach der Firma suchen. Auch die Polizei hilft gerne weiter, wenn man verunsichert ist oder gar mit Geldforderungen unter Druck gesetzt wird. „Oft reicht aber ein Blick ins Impressum oder ein genaues Lesen des Textes, und es geht klar hervor, dass es sich um Betrug handelt“, weiß Helga Pasteiner.

„Oft reicht aber ein Blick ins Impressum oder ein genaues Lesen des Textes, und es geht klar hervor, dass es sich um Betrug handelt“

Verbrechen und Vergehen – vom Internet-Betrug bis zur Körperverletzung – wurden im Vorjahr 319 angezeigt (2019: 435). Einbrüche in Wohnhäuser gab es sechs vollendete und fünf versuchte, Firmeneinbrüche drei und sonstige Einbrüche, also etwa in Autos, aufgebrochene Fahrräder oder Baustellencontainer, gab es acht. Wegweisungen gab es im Vorjahr 14 Mal (2019: 16).

Obwohl es viel weniger Veranstaltungen gab und auch in der Nacht fast nichts los war, gingen der Polizei im Vorjahr 36 Alkolenker ins Netz (2019: 40). Dabei wurden sogar weniger Vortests durchgeführt: 2020 waren es 828, 2019 waren es 1.161.

Unfälle mit Verletzten finden sich in der Statistik 28 mit insgesamt 38 Verletzten (2019: 35 mit 40 Verletzten). Todesfälle bei Unfällen gab es glücklicherweise keine. Zurück gingen auch die Unfälle, bei denen es zu Sachschäden kam, 240 waren es 2020, 321 das Jahr zuvor. „Das ist darauf zurückzuführen, dass viel weniger los war auf den Straßen. Während der Lockdowns war zum Beispiel im alten Markt nichts los, damit kam es auch zu keinen Parkschäden“, führt Summer aus.

„Das ist darauf zurückzuführen, dass viel weniger los war auf den Straßen. Während der Lockdowns war zum Beispiel im alten Markt nichts los, damit kam es auch zu keinen Parkschäden“

Die Verwaltungsanzeigen, dazu zählen etwa Schnellfahren, Nichteinhaltung von Meldepflichten, Lärmbelästigung oder Falschparken, schlugen mit 909 zu Buche, 2019 waren es 1.029. „12 davon waren nach dem Covid-Gesetz, unter anderem wurde die Sperrstunde oder die Maskenpflicht nicht eingehalten“, erklärt der Inspektionskommandant. 2.217 Organmandate wurden ausgestellt, 1909 waren es 2019. Quarantäne-Überprüfungen sind seit August in der Statistik erfasst, 274 Mal gab es seither Überprüfungen. „Die meisten halten sich daran, es gab nur sehr wenige Übertretungen“, weiß Summer.

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