40 Schüler sind vor dem Abschluss. Im BORG Neulengbach laufen die Vorbereitungen für die schriftlichen Arbeiten. Bei der mündlichen Prüfung wird es keinen Ansturm geben.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 22. April 2021 (04:18)
Mit Abstand, Selbsttests und FFP2-Masken dürfen in der Oberstufe Schularbeiten geschrieben werden. Gehofft wird, den Turnsaal bald wieder zu seinem eigentlichen Zweck nutzen können.
BORG, BORG

Zwei Maturaklassen mit 40 Schülern gibt es im BORG Neulengbach. Auf die Frage, wie die Stimmung bei den Maturanten ist, sagt Schulleiter Erich Gabler: „Das ist gar nicht so einfach zu sagen, weil die Schüler zu wenig da sind.“ Grundsätzlich sei man zweckoptimistisch und mache das Beste aus der Situation. Die Schülerinnen und Schüler seien gut vorbereitet, und die Erleichterungen seitens der Politik hätten doch teilweise Druck von den Jugendlichen genommen, so der BORG-Direktor.

Jetzt konzentrieren sich alle auf die letzten Schularbeiten. Ende April endet das Schuljahr. Die schriftliche Matura ist auf Ende Mai verschoben. „In der Zeit dazwischen bekommen die Schüler Ergänzungsunterricht, dafür laufen gerade die Anmeldungen.“

„Die Situation ist nicht ideal, aber wir verzweifeln nicht.“ Erich Gabler

Alle Schüler müssen in Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache zur Matura antreten. Ein viertes Klausurfach ist freiwillig. Auch die mündlichen Prüfungen können die Schüler freiwillig wählen. Auf die Frage, wie viele Maturanten freiwillig antreten werden, antwortet Erich Gabler: „Die Massen werden es nicht sein.“

Direktor Erich Gabler hofft auf baldigen Präsenzunterricht.
NOEN

Auch wenn der Online-Unterricht sehr gut funktioniere, sei die Situation schwierig: „Das Lernen funktioniert, weil alle sehr bemüht sind, aber es fehlt so viel in der zwischenmenschlichen Beziehungsarbeit“, stellt der Schulleiter fest. Aktivitäten, die den Schulalltag bereichern, wie Sportwochen, Projekte oder der Schulball fehlen. „Das ist schade, aber es ist Jammern auf hohem Niveau. Es ist ja überall so, dass wir auf vieles verzichten müssen.“

Im BORG ist man froh, dass die Technik für den Online-Unterricht gut funktioniert. Alle Schüler hatten schon vor der

Pandemie Laptops. Kleinere Probleme gäbe es zwar immer wieder, aber im Großen und Ganzen funktioniere es gut, so Gabler. Das Positive sei, dass alle durch die Krise viel dazugelernt hätten puncto Digitalisierung und Weiterentwicklung des Unterrichts. „Die Krise hat auch einen Schub gebracht.“

Lob kommt vom Leiter des Neulengbacher Oberstufenrealgymnasiums für die Art und Weise, wie die Schüler – nicht nur die Maturanten – mit der Pandemie, die ja jetzt schon sehr lang dauert, umgehen: „Die Schüler tragen die Widrigkeiten, die es gibt, mit Fassung, seien es die Selbsttests in der Früh oder die Masken, sie nehmen es hin und sind froh, wenn sie wieder in die Schule gehen können. Die Situation ist nicht ideal, aber wir verzweifeln nicht.“ Die Schüler würden reif und verantwortungsvoll mit der derzeitigen Lage umgehen: „Es versuchen alle das Beste zu machen. Das finde ich wirklich toll.“