Diskussionsabend über Boden-Verbrauch: „Stopptaste ist zu drücken“

Beim Bodenverbrauch ist Österreich ein Spitzenreiter. Im Gasthaus Kari in Brand-Laaben diskutierte man darüber, wie man das ändern kann.

Erstellt am 19. November 2021 | 05:37
Brand-Laaben - Diskussionsabend über Bodenverbrauch: „Stopptaste ist zu drücken“
Nach der Diskussion: Hagelversicherung-Vorsitzender Kurt Weinberger, Geschäftsführerin der Volkskultur NÖ Dorli Draxler, Regionalberater Josef Wallenberger, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Forscherin Sophie Zechmeister-Boltenstern, Moderator Michael Battisti und Bürgermeister Hermann Katzensteiner (v.l.). Foto: Kristina Veraszto
Foto: Kristina Veraszto

Unter dem Titel „versiegelt– naturbelassen“ diskutierten im Gasthaus Kari Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Forscherin Sophie Zechmeister-Boltenstern, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung Kurt Weinberger und Regionalberater Josef Wallenberger über das Problem der steigenden Bodenversiegelung in Österreich. Die Volkskultur Niederösterreich hatte zu diesem „Kamingespräch on tour“ geladen.

Pröll: Respekt vor Grund & Boden ging zuletzt verloren

Über eines waren sich die Diskutanten schnell einig: Österreich ist beim Thema Bodenverbrauch ein Spitzenreiter – und das muss geändert werden. Flächen in der Größe von 15 Fußballfelder werden täglich zugebaut, sagte Weinberger und warnte vor den zerstörerischen Folgen.

Der Boden sei gleich zu sehen wie die Haut – wenn ein bestimmter Prozentsatz zerstört wird, sei ein Überleben nicht mehr möglich. „Daher ist hier die Stopptaste zu drücken“, betonte der Vorsitzende der Hagelversicherung. Zechmeister-Boltenstern wies daraufhin, dass bei der Bebauung zu wenig zwischen fruchtbaren und unfruchtbaren Böden unterschieden werde.

Erwin Pröll forderte mehr Respekt vor Grund und Boden ein, den dieser sei in den vergangenen Jahren verloren gegangen. Beim Thema Raumordnung müsse die Politik den Experten folgen und „mutig genug sein, klare Entscheidungen zu treffen“, meinte der ehemalige Landeshauptmann.

Josef Wallenberger ist überzeugt, dass das Bevölkerungswachstum vom Bodenverbrauch entkoppelt werden muss. Es bedürfe eines neuen Narrativs, das vom Eigenheim und Zweitwohnsitz weg und zur Reduktion und Verdichtung hinführen müsse, so der Regionalberater.