Erwin Ginner: „Wäre verrückt geworden“. Brand-Laaben: Erwin Ginner widmet sich derzeit intensiv seiner Kunst, um den Kulturstillstand auszuhalten. Auch sein Heimat- und Bauernmuseum steht im Sommer für Besucher bereit.

Von Ernst Klement. Erstellt am 07. März 2021 (03:53)
In der Coronazeit schuf Erwin Ginner auch viele Aquarelle. „Verstörte Welt“ ist sein Lieblingswerk .
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„Corona hat die Kulturszene im Würgegriff, keine Lesungen und keine Veranstaltungen. Auch unser Heimat- und Bauernmuseum bleibt geschlossen,“ fasst der Laabner Künstler Erwin Ginner die derzeitige kulturelle Lage in der Gemeinde zusammen. Doch gerade seine vielfältige künstlerische Tätigkeit hilft ihm über diese Zeit des Kulturstillstandes hinweg. Ginner hat viele Aquarelle gemalt, Skulpturen entworfen und Gedichtbände geschrieben. „Diese Vereinsamung hält keiner aus. Wenn ich meine Kunst nicht hätte, wäre ich verrückt geworden“, erzählt Ginner. Einem Aquarellbild in Mischtechnik gab er den Namen „Verstörte Welt“.

Für Ginner kam die Pandemie aber nicht ganz unerwartet. „Die Natur wehrt sich. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen“, sagt der Künstler. Doch er sieht auch eine große Chance, aus dieser Krise zu kommen: „Wir können nicht so in Saus und Braus weiterleben wie bisher. Das müssen wir begreifen.“ Der Laabner befürchtet aber, dass dieser Lernprozess bei den Menschen noch länger andauern wird.

„Diese Vereinsamung hält keiner aus.“ Künstler Erwin Ginner

Erwin Ginner hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Bevölkerung ein Heimat- und Bauernmuseum einzurichten. Ein Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert wurde restauriert und viele Räume sind schon eingerichtet.

Bereits beim Eingang begrüßen den Besucher viele Masken aus Keramik und Skulpturen. „Dass Masken einmal unser Leben bestimmen, damit habe ich nicht gerechnet,“ lächelt Ginner. Natürlich zeigen auch zwei Räume die Bilder des Künstlers, von seinen Aquarellen, Skulpturen, bis hin zu seiner Literatur. Das Prunkstück sind aber die Räume mit den vielen Exponaten aus der Landwirtschaft, die einen geschichtlichen Einblick in die Landwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte gibt.

Einen Raum widmete er auch den Laabner Vereinen. „In der Blütezeit der Gemeinde sorgten der Schützenverein, der Radverein, der Schiverein noch für ein tolles gesellschaftliches Leben. Nun leben sie nur mehr in unserem Heimatmuseum weiter“, sagt Ginner. Er freut sich, dass die Bevölkerung für sein Heimat- und Bauernmuseum viele Exponate zur Verfügung gestellt hat. Frühestens im Sommer wird er die Türen zum Museum öffnen. „Die Infektionszahlen steigen wieder. Eine frühere Öffnung wäre verantwortungslos,“ sagt der Laabner.