Ex-Ortschef kämpfte gegen unheilbare Krankheit an. Leopold Daxböck, ehemaliger Bürgermeister von Brand-Laaben, wurde durch eine Bluttransfusion mit dem Erreger infiziert. 27 Jahre litt er an der bislang unheilbaren Krankheit.

Von Ernst Klement. Erstellt am 23. Januar 2020 (03:12)
Altbürgermeister Leopold Daxböck genießt seine neue Lebensqualität. Seine Freizeit verbringt er mit Bastelarbeiten in seiner Holzwerkstatt.
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Sehr viele gesundheitliche Probleme hatte Leopold Daxböck in den vergangenen rund dreißig Jahren zu ertragen, einige Male befand er sich sogar in Lebensgefahr.

Grund dafür war die Erkrankung an Hepatitis C. Der beliebte Feuerwehrkommandant und Bürgermeister musste nach neun Jahren Arbeit an der Spitze der Gemeinde im Jahr 2002 seine politischen Ämter zurücklegen. Eine schwere Krankheit zwang ihn damals in die Knie: Während dieser schweren Zeit bestand immer wieder akute Lebensgefahr. Doch der Patient kämpfte wacker und schlug dem Tod ein Schnippchen.

Leopold Daxböcks Leidensweg begann mit einem schweren Unfall bei Holzarbeiten im Jahr 1987, bei dem er sich das linke Knie zertrümmerte. Im April 1990 musste dem Laabener am linken Knie eine Prothese eingesetzt werden. Zu seinem Schreck wurde bei den Untersuchungen zur bevorstehenden Operation festgestellt, dass er an Hepatitis C litt. „Ich wollte natürlich wissen, woher ich diesen Virus hatte und ich habe den Patientenanwalt eingeschaltet“, erzählt Daxböck im NÖN-Gespräch. Nach langen Recherchen sei herausgefunden worden, dass dieser Virus von einer Blutkonserve stammte, die er bei der Operation nach seinem Unfall 1987 im Krankenhaus St. Pölten bekam.

„Ich wollte natürlich wissen, woher ich diesen Virus hatte und ich habe den Patientenanwalt eingeschaltet“

Daxböcks Zustand verschlechterte sich immer mehr. Im November 2000 wurde er mit Interferon therapiert, was mit furchtbaren Nebenwirkungen einherging. Die Heilungschance sei nur sehr gering gewesen. Wiederum war er in akuter Lebensgefahr. „Damals wurde mir bewusst, dass nichts mehr im Leben zählt als die Gesundheit.“ Seine größte Hoffnung bestand darin, dass ein Medikament gefunden wird und auf den Markt kommt, welches seine Krankheit besiegen kann.

Im Oktober 2015 tauchte ein Hoffnungsschimmer auf: „Oberärztin Mathilde Kutilek berichtete von einem neuen Medikament. Enorm teuer, die Bewilligung nicht einfach.“ Erst beim zweiten Anlauf wurde Daxböck das neue Medikament Exviera–Viekirax bewilligt. Es wirkte sofort und der 68-Jährige ist überglücklich: „Vor einem Jahr hatte ich die letzte Kontrolle und ich bin geheilt. Oberärztin Kutilek hat mir mein Leben neu geschenkt.“

Freude über die neue Lebensqualität

Österreichs Bevölkerung könne über ihr ausgezeichnetes Gesundheitssystem dankbar sein, sagt Daxböck, obwohl bei seinen Spitalsaufenthalten nicht immer alles nach Wunsch verlaufen sei. Der Laabener freut sich über die neue Lebensqualität und er genießt seine Pension mit Holzbastelarbeiten und mit seiner Familie, die ihn in diesen schweren Zeiten immer wieder aufrichtete.

In Hinblick auf die Gemeinderatswahl meint Leopold Daxböck nur: „An alle Gemeinderäte – ob Erfolg oder Misserfolg, alles im Leben ist relativ unwichtig, nichts geht über die Gesundheit.“