Brandserie im Heim. Überführt / Frau werden drei Brände und ein Mordversuch im Pflegeheim Beer zur Last gelegt. Opfer wurde leicht verletzt.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 16. Juni 2014 (15:49)
Im Zimmer des Pflegeheims entstand fast kein Schaden, die Bewohnerin wurde mit Verbrennungen ins AKH Wien gebracht.
NOEN, FF

NEULENGBACH / „Man kann in die Menschen nicht hineinschauen“, sagt Ulrich Beer, Geschäftsführer des gleichnamigen Pflegeheimes in Neulengbach.

In der Nacht auf Freitag schrillten die Alarmglocken bei der Feuerwehr Neulengbach, im Pflegeheim schlug die Brandmeldeanlage an. Eine Heimbewohnerin (62) spazierte gegen Mitternacht in das Zimmer einer weiteren Bewohnerin (68) und zündete ihren Kopfpolster an. „Gleich danach legte sie sich wieder in ihr Bett zurück“, erzählt Ulrich Beer.

Binnen kürzester Zeit waren die Florianis am Einsatzort. Die Pflegekräfte reagierten rasch, der Brand wurde mit dem Feuerlöscher erstickt. Die bettlägrige Patientin erlitt leichte Verbrennungen an der Schulter.

In letzter Zeit kam es im Pflegeheim zu ähnlichen Vorfällen: Ein Rollstuhl wurde in Brand gesetzt (die NÖN berichtete), auch ein Türstock fing zu brennen an. Eine Videoüberwachung wurde installiert.

Jetzt konnte die mutmaßliche Täterin überführt werden: „Die Patientin wurde gefilmt, als sie in das Zimmer ging, wo es gebrannt hatte“, so Ulrich Beer.

Im Pflegeheim Beer sind psychiatrische und neurologische Patienten untergebracht. „Wir haben 200 Bewohner und 150 Mitarbeiter“, erzählt der Geschäftsführer. „Im Großen und Ganzen funktioniert alles sehr gut bei uns. Die Brandstiftungen passierten willkürlich durch die psychiatrische Erkrankung“, so Ulrich Beer.

Die Frau, sie zeigte sich bei der ersten Einvernahme geständig, wurde wegen Verdachts auf Mordversuch und dreifache Brandstiftung von der Polizei festgenommen. „Sie wurde in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Ein psychologisches Gutachten wird eingeholt“, sagt Polizeisprecher Johann Baumschlager.

Rosen streut Ulrich Beer, der mit seinen drei Brüdern das Heim leitet, den Einsatzkräften: „Die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Rettung und Polizei funktioniert sehr gut. Die Feuerwehr war innerhalb von fünf Minuten da. Hut ab!“, sagt er. Auch die Geschäftsführer seien im Notfall binnen kürzester Zeit vor Ort, wie auch in diesem Fall. Die Feuerwehr werde vom Pflegeheim auch tatkräftig unterstützt, erst kürzlich spendete das Heim eine Waschmaschine und Geld für Einsatzkleidung.

„Jetzt können wieder alle ruhig schlafen.“

Ulrich Beer, Geschäftsführer Pflegeheim Beer

Im Zimmer des Pflegeheims entstand fast kein Schaden, die Bewohnerin wurde mit Verbrennungen ins AKH Wien gebracht. FF