Patienten in Pflegeheim gequält: Zwei Festnahmen. In dem seit Oktober 2016 laufenden Ermittlungsverfahren gegen fünf ehemalige Pflegekräfte eines Pflegeheims in Kirchstetten (Bezirk St. Pölten-Land) sind am Mittwoch zwei Festnahmen erfolgt.

Von APA Red und Renate Hinterndorfer. Update am 27. September 2017 (15:34)
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Symbolbild

Es habe Tatbegehungsgefahr bestanden, teilte der St. Pöltner Staatsanwalt Karl Wurzer auf Anfrage mit. Der Anklagebehörde sei erst jetzt bekannt geworden, dass zwei der Beschuldigten wieder im Pflegebereich tätig gewesen seien. Daher sei die Festnahme angeordnet und Mittwochmittag vollzogen worden. Über Geschlecht oder Alter der Festgenommenen gibt es von der Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Festgenommene waren in Wien tätig

Beide seien im selben Wiener Pflegeheim beschäftigt gewesen, sagte Staatsanwalt Karl Wurzer zur APA. Sie hätten dabei - nach ihrer Entlassung in Kirchstetten im Oktober 2016 - wieder als Pfleger für alte, demente und pflegebedürftige Menschen gearbeitet. Deshalb habe Tatbegehungsgefahr bestanden.

Die Einvernahmen der - im Fall Kirchstetten - Tatverdächtigen waren am Mittwochnachmittag im Gang. : „Die zwei Personen können sich jetzt verantworten, dann entscheiden wir, ob wir beim Landesgericht St. Pölten Untersuchungshaft beantragen“, so Wurzer gegenüber der NÖN. Die Entscheidung werde am Donnerstag fallen. Ob es zu weiteren Festnahmen kommen wird, kann Staatsanwalt Wurzer nicht sagen: „Ob die drei anderen Pflegekräfte seit ihrer Entlassung auch im Pflegebereich tätig waren, ist uns noch nicht bekannt.“

Kritik, dass man erst jetzt aufgrund der aktuellen Berichterstattung aktiv werde, lässt Karl Wurzer nicht gelten: „Wir haben einen Gerichtsmedziner beauftragt zu erheben. Auf das Gutachten warten wir. Das dauert einfach lang, weil es um Unmengen von Pflegedokumentationen geht. Das ist absolut zeitaufwendig.“

Erster Staatsanwalt Leopold Bien erklärt, dass die bisherigen Ermittlungen - auch nach Rücksprache mit dem Gutachter - bisher "keinerlei Hinweise auf vorsätzliche oder fahrlässige Tötungsdelikte zum Nachteil von Heimbewohnern" ergeben hätten.