Kirchstettner Pflegeheim-Prozess geht im Jänner weiter. Fortsetzung der Verhandlung gegen vier ehemalige Mitarbeiter folgt im Jänner.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 18. November 2020 (12:17)
Die Aktenberge im Pflegeheim-Prozess.
Hinterndorfer

Am achten Tag des Prozesses wurde noch einmal die Hauptbelastungszeugin zu den Vorgängen im Kirchstettener Pflegeheim befragt. Zwei Stunden stand sie Rede und Antwort.

Wie berichtet werden einem diplomierten Pfleger und drei Pflegehilfskräften Quälen und Vernachlässigen wehrloser Personen, sexueller Missbrauch und Körperverletzung vorgeworfen.

Gewalt und Demütigungen „gang und gäbe“

Die Zeugin blieb bei ihren Angaben: Heimbewohner seien von den vier ehemaligen Heimmitarbeitern geschlagen, an den Haaren gezogen, beschimpft und gedemütigt worden: „Das war gang und gäbe.“

Im WhatsApp-Chat wurde über Kollegen und Bewohner auf derbste Art hergezogen. Sie habe im Chat mitgemacht, um zu Beweisen zu kommen: „Wo hätte ich denn hingehen können? Wer hätte mir denn geglaubt?“

Die vier Beschuldigten bekennen sich nach wie vor nicht schuldig. Die Angaben der Zeugin seien teilweise widersprüchlich, so die vier Angeklagten. Andere Zeugen hatten wie berichtet keine Übergriffe wahrgenommen.

Der Rechtsanwalt der vier Beschuldigten hat die Einbringung weiterer Beweisanträge angekündigt.

Der achte Verhandlungstag am Landesgericht St. Pölten sollte eigentlich der letzte sein. Daraus wird nichts: Der Prozess wird im Jänner fortgesetzt werden.