Region Neulengbach: „Run“ auf kleinen Stich. Bezirksärztevertreter ärgert Vorgehensweise bei Impfungen. Anmeldung ist über ein Online-System möglich, „sonst würden Ordinationen lahm gelegt werden“, heißt es.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. Februar 2021 (03:30)
Verordnung für Impfungen durch niedergelassene Ärzte liegt vor
APA (dpa)

 „Patienten haben Vertrauen in ihren Hausarzt“, sagt Andreas Barnath, Ärztevertreter im Bezirk St. Pölten, der eine Praxis für Allgemeinmedizin in Oberwölbling betreibt. Er und auch viele seiner Kollegen verstehen deshalb nicht, warum Bürger nicht zum Arzt ihres Vertrauens impfen gehen könnten, sondern nur in bestimmten Ordinationen die Spritze bekommen. „Derzeit fahren Angehörige mit ihren Omas und Opas durch das ganze Bundesland, um zu einer Impfung zu kommen“, ärgert sich Barnath.

 „Patienten haben Vertrauen in ihren Hausarzt“

In Niederösterreich ist Notruf NÖ für die Organisation, Planung und Anmeldung zur Impfung zuständig. Ursprünglich wäre laut Barnath geplant gewesen, dass nur vier Ordinationen im ganzen Bezirk St. Pölten-Land die Impfung übernehmen. Grund: Der Impfstoff sollte an wenige Standorte ausgeliefert werden, da dies logistisch einfacher sei. Das hält Barnath aber für ein „Scheinargument und eine politische Fehlentscheidung“. „Für die Großhändler ist das logistisch überhaupt kein Problem“, meint der Bezirksärztevertreter. Welche Ordinationen nun tatsächlich im Bezirk die Corona-Impfung durchführen, ist ihm nicht bekannt.

Eine Info gibt es aber auch seitens von Notruf NÖ nicht, wie NÖ-Impfkoordinator Christof Chwojka auf Anfrage mitteilt. „Das würde die Ordinationen lahmlegen, weil sich alle dann bei ihrem Arzt melden würden. Durch den Mangel an Impfstoff gibt es damit derzeit noch weniger Standorte, wo geimpft wird.“ Deshalb laufe alles zentral über eine Stelle. Das werde bis auf Weiteres auch so bleiben. Wenn dann genügend Dosen vorhanden seien, könne man auch großflächiger ausliefern. Ab April solle alles einfacher werden.

Auf www.impfung.at ist eine Online-Anmeldung notwendig, zu bestimmten Zeitpunkten kann sich immer nur eine bestimmte Bevölkerungsgruppe anmelden. Ärzte, Apotheker, Angehörige von Schwangeren oder schwerkranken Kindern können als nächstes Termine buchen.