„Es ist hart“: Auch Handel der Region Wienerwald im Lockdown

Geschäftsbetreiber sind enttäuscht wegen der Sperre ausgerechnet vor Weihnachten.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:23
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Leere Straßen in der Stadt Neulengbach: Seit Montag sind wieder fast alle Geschäfte zu.
Foto: Dietl

Ein Lockdown kurz vor Weihnachten – das trifft den Handel natürlich besonders. Günther Frank vom Modehaus Frank in Neulengbach ist nicht überrascht, dass es einen Lockdown gibt. Aber er ist enttäuscht: „Das ist die schlechteste Zeit, die man sich wünschen kann. Vor zwei Wochen wäre es uns noch lieber gewesen. Jetzt ist es hart.“

Klare Linie von den Verantwortlichen als Wunsch

Der Lockdown soll rund um die Uhr und bis 12. Dezember gelten. Danach wird die Bundesregierung die Lage neu bewerten. Günther Frank wünscht sich eine klare Linie von den Verantwortlichen, auch was die Dauer von Maßnahmen betrifft.

Am Freitag und am Samstag war im Modehaus noch viel los, aber das Saison- und Weihnachtsgeschäft könne man insgesamt wahrscheinlich abhaken, so die Befürchtung. Anbieten will man wieder „Click und Collect“: Kunden können sich also Waren abholen.

Auf Click und Collect setzt auch Eva Baltl von der Neulengbacher Blumenstube. Ihr Geschäft wurde vor dem Lockdown noch gestürmt, vor allem auch wegen der Adventkränze.

Click und Collect wird angeboten

Dass es zum Lockdown kommt, hat die Chefin des Blumengeschäftes genauso wenig überrascht wie Michael Pickner von Juwelen Pickner. Der Neulengbacher Juwelier ist der Ansicht, dass es vernünftiger gewesen wäre, im September die Schulen nicht zu öffnen und bis Oktober die Betriebe zu sperren: „Dann hätten wir nicht diese Misere für das Weihnachtsgeschäft.“

Der Juwelier spricht von einem „Fehlverhalten der Politik, die wirtschaftlich keine Ahnung hat.“ Hätte man Wirtschaftsleute zu Rate gezogen, wäre das nicht passiert, ist der Unternehmer überzeugt. Im Vorjahr seien die Wien-Wahlen das Problem gewesen, heuer seien es die Wahlen in Oberösterreich.

Pickner rechnet damit, dass ab 13. Dezember der Lockdown aus ist, dafür aber nach Weihnachten noch einmal zugesperrt wird. Der Juwelier ist froh, dass er breiter aufgestellt ist: „Wir haben einen Großhandel und einen Online-Handel, dadurch trifft es uns nicht ganz so hart.“

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