Neulengbacher Schanigärten bleiben in Betrieb . Heiss & Süß und Millennium bewirten Gäste auch draußen. Die Einbußen in der Gastronomie sind enorm.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (03:43)
Walter Donner (r.) vom Millennium mit Stammgast Alfons Fietz.
Dietl

Die Schanigärten werden heuer nicht ganz aus dem Neulengbacher Stadtbild verschwinden: Aufgrund der Coronapandemie werden auch in der kühleren Jahreszeit Gäste im Freien bewirtet.

Zum Beispiel im Millennium. „Wir lassen den Schanigarten. Man muss sich anschauen, wie er angenommen wird, wenn es kalt wird. Ich lasse mich überraschen“, sagt Walter Donner vom Café Millennium. Infrarotstrahler – für die Raucher – stehen ohnehin vor dem Lokal bereit.

Auch beim Cafè Heiss und Süß bleibt der Schanigarten weiter in Betrieb: „Ich probiere es“, sagt Chef Günter Heiss. Er stellt zwei Heizstrahler auf und hat Felle für die Stühle bestellt. „Bei minus 20 Grad wird niemand draußen sitzen. Aber grundsätzlich wollen die Leute im Freien sitzen, damit sie sich nicht mit Corona anstecken.“

„Wir lassen den Schanigarten. Man muss sich anschauen, wie er angenommen wird, wenn es kalt wird. Ich lasse mich überraschen“

Über die Wintermonate müssen an die Stadtgemeinde Neulengbach keine Abgaben für die Schanigärten bezahlt werden. „Da geht es nicht um viel Geld, aber das ist eine Förderung der Gemeinde“, sagt Wirtschaftsstadtrat Gerhard Schabschneider.

Für die Gastronomie ist die Coronapandemie ein harter Schlag. Die Lokale im Stadtzentrum sind ganz gut über den Sommer gekommen. „Da war das Geschäft relativ normal“, bestätigt Walter Donner. Seit die Schutzmaßnahmen verschärft wurden, sei es aber wieder deutlich schwächer geworden. „Es gehen nicht mehr so viele Leute fort wie früher, man spürt es“, so der Lokalbetreiber. Durch die weitere Verschärfung der Regeln – aufgrund der Ampelfarbe orange müssen Gästelisten geführt werden – befürchten die Gastronomen weitere Rückgänge: „Die Reaktionen sind gemischt, aber es gibt einige Leute, die keine Freude haben, ihre Daten anzugeben“, weiß Walter Donner.

Gäste bleiben aus Angst vor Ansteckung aus

Auch Günter Heiss rechnet mit weiteren Umsatzeinbußen durch die zusätzlichen coronabedingten Maßnahmen. Bis jetzt musste er schon ein Minus von 20 bis 25 Prozent hinnehmen. „Das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber die Krise ist da. Ich kann aber alle Arbeitsplätze erhalten, das ist wichtig.“ Vor allem ältere Leute würden ausbleiben, weil sie Angst vor einer Ansteckung haben.

Einbußen von etwa 50 Prozent sind im Stadtcafé zu verzeichnen: Durch die verpflichtende Gästeregistrierung wird es noch schlechter werden, schätzt Markus Hauss. Er wird den Schanigarten über den Winter zum Großteil wegräumen, weil er nicht glaubt, dass es wirtschaftlich ist, die Gäste draußen zu bewirten. Der Rauchgarten vor dem Lokal, der auch beheizt werden kann, ist sowieso das ganze Jahr über offen: „Damit haben wir vor einem Jahr begonnen, weil wegen des Rauchverbots dringender Handlungsbedarf war“, berichtet der Gastronom. Wer also nicht drinnen sitzen will, kann sich seinen Kaffee aus dem Lokal holen und draußen genießen.