Schwere Zeiten für Kultur in Eichgraben. Theaterverein spielt trotz geringer zugelassener Besucherzahl. Regisseur Stephan Bruckmeier warnt davor, die Kunstszene ganz abzuwürgen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 27. Oktober 2020 (10:44)
Gaby Gruber, Carlo Benz, Ronald Rudoll, Kira Koppandi, Stephan Bruckmeier, Christopher Korkisch und Aimée Buresch vom Theaterverein sind froh, dass sie noch spielen können.
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Der Eichgrabener Autor, Schauspieler und Regisseur Stephan Bruckmeier tourt gerade mit dem Theaterverein Art-Vielfalt mit dem Stück „Die Laufmasche“ durch Österreich und begeistert damit die Theaterfans. Die drei Vorstellungen in Eichgraben waren sehr gut besucht. Trotz der geringen zugelassenen Besucheranzahl lässt sich der Theaterverein nicht entmutigen, denn auch das kleine Theater muss irgendwie weiter leben.

„Für mich persönlich ist die Situation noch halbwegs erträglich, da ich bis zum Sommer 2021 verschiedene kleine Projekte realisieren kann, vorausgesetzt natürlich, es kommt zu keinem nächsten Lockdown. Ich kenne aber viele Kolleginnen und Kollegen, die kaum noch überleben können, und zwar nicht nur Kunstschaffende, sondern auch Menschen im Umfeld: Technik, Transport, Schneiderei, Publikumsbuffet, Bühnenaufbau, Handwerk“, umreißt Bruckmeier die Situation im Kultur- und Eventbereich. Und weiter: „Manche glauben ja, Kultur ist nicht notwendig und finden uns überfinanziert. Diese Menschen vergessen aber, dass sie Radio hören, Fernsehen, Zeitung lesen, Handys benützen, Streamen, einen Computer besitzen. Überall da sind auch Kreativ-Berufe beteiligt.“

„Manche glauben ja, Kultur ist nicht notwendig und finden uns überfinanziert"

Der Eichgrabener ist überzeugt, dass es sehr viele Berufsfelder zerstört, wenn die Kultur abgewürgt wird. Daher wünscht er sich Sensibilität und Aufmerksamkeit. Als weit gereister Theatermacher geht er davon aus, dass uns Covid-19 noch lange begleiten wird. Er appelliert, dass Lösungen gefunden werden sollten, wie man das Ansteckungsrisiko minimiert, aber das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben trotzdem aufrecht hält. Dass Gastronomie und Kultureinrichtungen, die sich an strenge Regeln halten, unter der Leichtfertigkeit in anderen Bereichen leiden ist für den Regisseur nicht einzusehen. „Ein Arzt trägt im OP-Saal eine Maske, schon sehr lange, warum? Wohl weil es sinnvoll ist. Wir können viele Systemblockaden reduzieren, wenn wir bei Masken, Abstandsregeln und mit der Hygiene konsequenter wären. Wenn die drastischen Maßnahmen noch lange weitergehen, werden wir im Kulturbereich in einem Jahr eine entsetzliche Situation vorfinden“, blickt Stephan Bruckmeier düster in die Zukunft.

„Ich kenne viele Kolleginnen und Kollegen, die kaum noch überleben können.“ Stephan Bruckmeier

Für alle Theaterbegeisterten gibt es in der Theaterei in St. Christophen noch am 6. November die Möglichkeit die „Laufmasche“ zu sehen. Karten unter info@theaterei.at.