„Wasser rinnt nicht ab“: Biberschäden in Eichgraben. Die Nager sorgen für Ärger, haben aber auch ihre Bewunderer.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 14. Januar 2020 (03:58)
Das Wasser im Anzbach rinnt nicht ab, ein Anrainer hat auch eine graue Brühe geortet.
privat

Die Biber entwickeln sich auch in Eichgraben schon seit einiger Zeit zu einer Plage. „Das Wasser im Anzbach rinnt nicht ab, weil die Biber munter ihre Dämme bauen. Dadurch steht das Wasser und vor Kurzem hat sich sogar eine graue Brühe gebildet“, ärgert sich Erich Praxl, der Anrainer am Anzbach ist. Praxl geht es aber nicht nur um die Gefahr einer Überschwemmung, sondern auch um die Schäden, die die Biber an den Bäumen und Sträuchern im Garten anrichten.

In unmittelbarer Nähe des Biberdammes ist auch ein Brunnen der Wassergenossenschaft Königssiedlung. Auch dort ist man über den Biberstau ziemlich verärgert, da im Falle eines Hochwassers eine Verunreinigung des Brunnens zu befürchten ist.

„Wenn das Wasser einen Meter steigt, ist das problematisch. Veränderungen im Grundwasser sind nie gut“, meint Praxl. Der für den Anzbach zuständige Obmann des „Wasserverbandes Große Tulln“ ist bereits über dieses Problem informiert. „Wir wissen Bescheid und werden nach Maßgaben des NÖ Naturschutzgesetz das Problem lösen. Das kann aber noch einige Zeit dauern“, sagt Karl Gfatter.

Einige Häuser weiter bachabwärts wohnt Magda Graf, sie ist ebenfalls seit über einem Jahr mit einem Biberdamm unterhalb ihres Grundstückes konfrontiert. Nachdem sie sich anfangs darüber geärgert hat und bei diversen Stellen um Lösungsfindung gebeten hat, gehört sie mittlerweile zu den Bewunderern des Bibers.

„Eigentlich ist er ein bewundernswerter Regulator im und am Wasser“, sagt Magda Graf. Nachdem sie seit Längerem beobachtet, was der Biber so alles leistet ist sie der Meinung, dass er sein Dasein verdient hat. Ihre restlichen Bäume hat sie mit einer Umzäunung geschützt und sich bei Biologen und anderen Fachleuten über den Biber schlau gemacht. „Im Biberdamm leben nun auch viele Vögel. Ich genieße dieses Naturschauspiel“, sagt die Eichgrabenerin, die sich daran gewöhnt hat, den Biber als Nachbarn zu haben.