Gemeinden in der Region Wienerwald planen vorsichtig. Ausbau von Schulen, Kanal, Photovoltaik. Manche Projekte verzögern sich wegen Corona.

Von Kristina Veraszto, Andrea Stoiser und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 06. Januar 2021 (03:54)
Die Neugestaltung des Neulengbacher Zentrums beim alten Rathaus wird wegen Corona verschoben.
NOEN, rh

Was wird das neue Jahr im Bezirk St. Pölten bringen? Ein Ausblick ist schwierig: „Wir agieren von einem Tag auf den nächsten. Die Coronasituation ändert sich ständig, das ist eine Wellenbewegung“, sagt Bezirkshauptmann Josef Kronister. Großes Thema werden auch im Bezirk die Impfungen gegen Corona sein, die in Etappen durchgeführt werden. Die Logistik ist eine Herausforderung und wird gerade ausgearbeitet. Kronister geht davon aus, dass sich viele Menschen impfen lassen werden, weil es immer mehr Erfahrungen aus anderen Ländern gibt: „Es gibt noch keine negativen Erfahrungen, also nehme ich an, dass viele Menschen bei der Impfaktion mitmachen werden“, so der Bezirkshauptmann. Impfstoff werde ausreichend zur Verfügung stehen: „Jeder der möchte, wird sich impfen lassen können.“

Corona wird also auch 2021 das beherrschende Thema bleiben. Die Gemeinden müssen vorsichtiger planen, weil die Einnahmen weniger werden. In der Stadtgemeinde Neulengbach wird etwa die anstehende Neugestaltung im Bereich vom alten Rathaus bis zur Apotheke verschoben. „Das ist 2021 nicht Priorität Nummer 1. Leider. Aber es ist so“, sagt Bürgermeister Franz Wohlmuth. Projekte, die realisiert werden, sind Kanal, Wasserleitung und Straßenfertigstellung in Umsee/Matzelsdorf und die weitere Sanierung des Bereichs Kirschnerwald. Auch die Infrastruktur rund um die neue Rot-Kreuz-Bezirksstelle wird errichtet. Und die Jugend bekommt beim Wienerwaldstadion einen neuen Trainingsplatz. „Das sind nach dem jetzigen Stand der Dinge die vorrangigen Projekte“, sagt der Bürgermeister. Ein großes Thema wird die Überarbeitung des örtlichen Raumordnungsprogrammes sein, aber auch hier wird es wegen Corona zu Verzögerungen kommen. Die Bürgergespräche sollten im Frühling beginnen, das wird nicht möglich sein.

„Wir agieren von einem Tag auf den nächsten.“ Bezirkshauptmann Josef Kronister

In Maria Anzbach steht heuer die Erweiterung der Volksschule im Mittelpunkt. Auch die im Jahr 2020 erhobenen Anliegen der Bürger will die Gemeinde ab heuer umsetzen. Insgesamt acht Maßnahmen sollen in den kommenden drei Jahren realisiert werden, dazu zählt etwa die Einrichtung eines Generationenparks im Grafenhausgarten.

In Eichgraben werden die ÖBB wie geplant den zweiten Teil der Sanierung des Gleiskörpers zwischen Viadukt und Bahnhof durchführen sowie den Bahnsteig 2 anpassen. Startschuss ist am 21. Februar. Die Gemeinde plant die Erneuerung des Gehsteigs vom Viadukt bis zur Herrenhofstraße. „In der Schule werden die letzten zwölf Klassen im Altbau saniert“, berichtet Bürgermeister Georg Ockermüller. Für die weitere Sanierung der Wasserleitung werden 250.000 Euro in die Hand genommen. Weiters sollen die Fußwege weiter ausgebaut werden. „Da wir die finanziellen Folgen der Corona-Krise noch abwarten müssen, sind weitere Projekte noch nicht fix“, sagt Ockermüller.

In der Gemeinde Kirchstetten steht der Neubau der Feuerwehr Totzenbach auf dem Plan. Ein weiteres Projekt ist die rasche Errichtung eines Kindergartenprovisoriums. Beschäftigen wird die Gemeindeverantwortlichen weiters die notwendige Erweiterung der Volksschule. Auch für die Musiker soll eine neue Unterkunft geschaffen werden. Fertiggestellt werden soll heuer das Projekt „Betreutes Wohnen“, das die Heimat Österreich beim Pflegezentrum Clementinum baut. Auch der Umbau des Bahnhofs Kirchstetten wird heuer abgeschlossen.

In Asperhofen steht der Volksschulneubau im Vordergrund: Im September 2021 will die Gemeinde die Fertigstellung der neuen Schule feiern. Rund 4,65 Millionen Euro werden im kommenden Jahr noch investiert. Zudem kümmert sich die Gemeinde um ihre Infrastruktur: Sowohl der Kanal für die Abwasserbeseitigung, als auch die Wasserversorgungsanlage werden erweitert. Arbeiten möchte die Gemeinde auch an einer Lösung des Nahversorger-Problems. Mitte des neuen Jahres will der Wirtschaftsausschuss dem Gemeinderat erste Pläne präsentieren. Zwei Angebote werden bis dahin überprüft.

Der Neubau der Volksschule Asperhofen wird heuer fertig.
Veraszto

In Altlengbach wird die Gemeinde im kommenden Jahr im Ortsteil Nest die Entstehung der neuen Siedlung vorantreiben. Dafür wird kräftig in die Infrastruktur investiert. Sämtliche Leitungen, wie zum Beispiel für Wasser und Kanal, werden errichtet. Außerdem möchte die Gemeinde alle Planungsarbeiten für das neue Gemeindezentrum mit Ende 2021 abschließen, sodass 2022 mit der Umsetzung begonnen werden kann. „Das ist unser Ziel und wir werden alles dafür tun“, so VP-Bürgermeister Michael Göschelbauer.

In Neustift-Innermanzing steht voraussichtlich mit Anfang Februar die Umsiedlung in den neuen Teil des Gemeindeamtes auf dem Plan. Der Umzug wird gleichzeitig der Startschuss für die Sanierung des bestehenden Gebäudes sein, berichtet VP-Bürgermeisterin Irmgard Schibich. Die Arbeiten am alten Gemeindeamt werden etwa ein Jahr dauern. Geplant ist auch in einzelnen öffentlichen Gebäuden auf eine umweltfreundliche Stromversorgung umzusteigen: In der Volksschule und im Kindergarten sollen dazu Photovoltaik-Anlagen errichtet werden.

Die Gemeinde Brand-Laaben wird sich 2021 auf die Umstellung des Heizsystems in der Volksschule konzentrieren, mit dem auch gleichzeitig der Kindergarten mit Wärme versorgt wird. Die alte Ölheizung soll für eine nachhaltige Biomasseheizung weichen.

Umfrage beendet

  • Geht ihr optimistisch ins neue Jahr?